AMMonline

     

Doris2460 antwortete auf Angehörige
11 Feb. 2026 08:56
  • Doris2460
  • 672 Beiträge seit
    13 August 2022
Ja, es ist eine verdammt schwierige Situation für dich.

Das er vermutlich nicht alleine da raus kommt, müsste er natürlich einsehen, aber diese Einsicht ist leider nicht gegeben.

Leider auch nicht wirklich verständlich, dass er meint er hat das Beste hinter sich. Die Zeit bis zum Abi ist doch gar nicht mehr solange und er hatte ja noch nicht einmal die Cart-Zellen.

Ich muss da einiges länger aushalten, möchte den Schulabschluss meiner Enkel 1 und 3 Jahre miterleben. Hatte große körperliche Einschränkungen, die meisten haben sich erledigt, diagnostiziert bin ich 2021. Vielleicht hilft es ihm zu kämpfen, wenn du ihm solche die positiven Geschichten erzählst.

Vielleicht braucht er aber auch, dass du ihn für eine Weile alleine lässt.

Hast du Unterstützung von seiner Familie, oder kannst diese mit ins Boot holen?

Doris
Das Leben geht weiter, selbst wenn es humpelt

Viviane1968 antwortete auf Angehörige
11 Feb. 2026 10:35 - 11 Feb. 2026 10:39
  • Viviane1968
  • 101 Beiträge seit
    04 Januar 2020
Liebe Ilse
Letztendlich hat man im Leben immer nur die drei Optionen: Take it, leave it or change it.
Jetzt musst du dich entscheiden, was du für dich und dein Kind wirklich willst. Man kann leider die Anderen nur in einem sehr geringen Masse ändern, ändern kann man nur sich selbst und seine Einstellungen zu Situationen. Auch wenn es für dich ein langwieriger und schmerzhafter Prozess werden können, je nachdem, in welche Richtung du gehst, du wirst vermutlich gestärkt daraus hervorgehen und dein Mann vielleicht auch. Manchmal braucht es auch den totalen Zusammenbruch, um etwas im Leben zu ändern, wie z.B. Hilfe anzunehmen (dein Mann). Ich bin nicht Angehörige, sondern selbst Betroffene (dritte Krebserkrankung), habe aber meiner Familie so ein Verhalten nie zugemutet, auch als die Prognose des strahleninduzierten Angiosarkoms himmeltraurig war (Prognose die kommenden zwei Jahre zu überleben unter 9%). Allerdings war ich nie depressiv. Du musst auch auf dich selbst schauen und vor allem zu deinem Kind. Wir sind die Erwachsenen und sollten von unsere Kindern nicht Rollen und Verhalten verlangen, für die es eine ausgereifte Identität braucht (meine Meinung).

Im Forum "Frauenselbsthilfe nach Krebs" gibt es eine Unterkategorie für Angehörige. Ich denke, dort könntest du dich intensiv austauschen.

LG, Viviane
Letzte Änderung: 11 Feb. 2026 10:39 von Viviane1968.

Hagel antwortete auf Angehörige
11 Feb. 2026 15:50
  • Hagel
  • 8 Beiträge seit
    25 Dezember 2025
Hallo Ilse

Meine Motivation bis heute war ( SMM 2011 + Ausbruch 2018 ) > Ich werde und MUSS für meinen damals minderjährigen ( 8 Jahre alt ) Sohn überleben !
Rationales Einlesen + VOR ALLEM neue Optionen in der Behandlung der Erkrankung haben mich bis dato ( über ) leben lassen.
Mein Sohn ist jetzt 22 Jahre alt, und ich hoffe daß nach der CarTcell noch ein paar Jahre für mich drin sind.

Wieso hat Dein Mann die Arbeit aufgegeben ? - Der Status der Behandlung spricht nicht dafür, außer die NW sind unerträglich ?

Möglicherweise fühlt er sich nicht mehr vollständig als Mann, als Leiter und Lenker der Geschicke der Familie. - Möglicherweise hofft er via Mitleid
alte Stellungen durch die jetzigen Schwächung in den Mittelpunkt zu platzieren.

Die Antwort ist ein Eingriff in die persönlichsten Strukturen von Betroffenen und Angehörigen. Zwischen Hilfe und Übergriffigkeit ist ein schmaler Grad.
Der Rest ist wahrscheinlich einem Psychiater + Onkologen oder + einem persönlichem Bekannten überlassen.

Liebe Grüße Harry

Ilse2021 antwortete auf Angehörige
13 Feb. 2026 00:12
  • Ilse2021
  • 8 Beiträge seit
    26 März 2025
Ich danke euch. Mir ist der Austausch sehr wichtig. Und ich wünsche euch alles gute für eure weiteren Weg.
Vielleicht kommt bei meinem Mann tatsächlich noch etwas anderes dazu. Er fühlt sich als Opfer, betreut seine Mutter(90) und seine Tante (97). Eigentlich hat seine Familie, habe ich das Gefühl, nicht wirklich einen Blick für ihn und seine Erkrankung, wahrscheinlich auch weil er den Blick nicht hat. Sein Zwillingsbruder ist sehr hypochondrisch und ruft ihn an um von seinen Leiden zu erzählen. Wenn ich hier im Forum lese in welchen kurzen Abständen neue Behandlungen erfolgen, macht mich das mit ihm richtig ärgerlich. Er bekommt Lebenszeit geschenkt und kann noch alles machen und verhält sich so. Ich komme mir manchmal vor wie ein Mülleimer. Da ich die Erkrankung ernst nehme und er so ein Dramatik hineinbringt habe ich schon mehrere Male alles probiert und ihn ins Krankenhaus gefahren, eine riesige Aufregung, da ich ihm ja glaube das es ganz schlimm ist. Und er wurde jedes Mal wieder nachhause geschickt, nachdem er wegen der Erkrankung in der Notaufnahme komplett durchleuchtet wurde mit den Worten es wäre alles in Ordnung. Ich kann das nicht verstehen. Mich macht das auch ärgerlich in Hinblick auf die Menschen die um jeden Tag bangen müssen. Danke für eure Worte und eure eigenen Erfahrungen, ich wünsche euch alles, alles gute. Mein Mann ist jetzt vier Tage mit seiner Tochter unterwegs und ich komme etwas zur Ruhe mit meinem Sohn. Es ist unheimlich schwierig eine Richtung zu finden, da er krank ist und ich mit meinen eigenen Werten niemanden alleine lassen möchte, aber ich denke fast da ist noch irgendwas anderes bei ihm. Ich begleite parallel auch meine Mutter die schwer Parkinson krank ist und sie hat auch schlechte Phasen, aber dann geht es weiter, sie will weiter und kämpft und freut sich dann wieder an den Dingen. Mich macht das einfach nur traurig.

Mapoli antwortete auf Angehörige
13 Feb. 2026 15:32
  • Mapoli
  • 1676 Beiträge seit
    18 Juni 2011
Liebe Ilse,

als Angehörige eines Patienten mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung trägt man eine schwere Last mit.
Die Höhen und Tiefen der Erkrankung sind immer unterschiedlich und auch die Therapien wirken sich unterschiedlich aus, ebenso die Nebenwirkungen. Ich kann sehr gut verstehend, dass Du manchmal auch an Deine Grenzen kommst.

Ich als Patientin sehe es etwas differenzierter. Man trägt als Patient ebenso eine schwere Last und die Diagnose ist ein Schock, ein Trauma, welches man unterschiedlich verarbeitet. Auch die eigene Lebensgeschichte hat Einfluss darauf, wie man dieses Trauma bewältigt. In der Familie findet man Halt, da ist der Ort, an dem man sich in Geborgenheit fallen lassen kann - nicht immer stark sein muss!

Dein Mann scheint nach Deinen Beschreibungen noch unzählige Belastungen neben der Erkrankung zu haben. Er hat die Pfleger der älteren Leute, vielleicht die Sorge um seine Arbeitskraft und finanzielle Sorgen. Auch hat er sicherlich die große Sorge, seine Tochter nicht mehr weiter im Leben begleiten zu können, sie nicht aufwachsen zu sehen. Das sind alles sehr schwere Belastungen. Dazu ein Zwillingsbruder, der mehr Problemen zu haben scheint, als er. Vielleicht hat Dein Mann gerade bei Dir das Gefühl, er könne mal seine ganzen Verpflichtungen und die Verantwortung fallen lassen. Auch er braucht mal Zuwendung, das Gefühl, dass man sich nur um ihn kümmert und er nicht alleine damit ist. Vertrauen haben dürfen, in diesem unsicheren Chaos. Da bist Du die, der er ganz vertraut. Auch wenn Dich das zusätzlich belastet, ist es doch auch ein schönes Kompliment an Dich.

Wie wäre es denn, mal eine psychoonkologische Unterstützung für Euch beide zu suchen? Zusätzlich auch eine soziale Unterstützung, in der Ihr erfahrt, wie man ihm bei der Last mit der Mutter und Tante unterstützen kann. Manche Diakonien, oder Caritative Einrichtungen bieten solche Beratungen an. Wer kann bei der Pflege der Mutter und Tante einspringen? Vielleicht Nachbarn, Freunde? Dein Mann hat vielleicht Sorge, sie im Stich zu lassen.

Er fühlt sich verantwortlich für so viele Menschen, die ihn brauchen. Das ist neben der lebensbedrohlichen Erkrankung eine so sehr große Last! Die macht müde! Du kannst Ihn begleiten, eine andere Lösung zu finden. Such auch Du Dir psychologische Hilfe, wenn Du Deinem Mann helfen möchtest.

Schau auch mal hier rein: www.myelom.org/component/jdownloads/?tas...id=22&m=0&Itemid=101
oder hier: www.krebshilfe.de/infomaterial/Blaue_Rat...utscheKrebshilfe.pdf

Alles Gute für Euch beide.

Liebe Grüße
Ma

Ilse2021 antwortete auf Angehörige
22 Feb. 2026 00:25
  • Ilse2021
  • 8 Beiträge seit
    26 März 2025
Liebe Ma, ich danke dir für deine Antwort. Ich denke da liegt viel wahres drin. Leider ist es nun so, dass das der Tumor (das Plasmozytom) im Rücken wieder wächst und sichtbar und spürbar wird. Seitdem ist mein Mann wieder ruhiger. Ich denke das wir/ er demnächst in eine neue Behandlungsstufe kommt. Er fährt regelmäßig nach Würzburg und ich habe den Eindruck er fühlt sich dort besser aufgehoben als bei seinem hiesigen Onkologen. Jeder geht anders mit allem um und ich gestehe meinem Mann zu so mit seiner Erkrankung umzugehen wie er es für richtig hält. Mittlerweile denke ich auch das all die anderen Schwierigkeiten, offenen Situationen und der Rückblick auf sein Leben diese Verhärmtheit bedingen. Auf mich macht es den Eindruck er quält sich selber, aber er hat auch kein Inte an einer Lösung, dann wird er Aggressiv. Es gubt hundert Möglichkeiten ihn zu entlasten. Das wull er nicht. Aber er ist auch nie zufrieden. Sieht sich immer als Opfer. Er hat nur dieses eine Leben und mich belastet es schwer das er hier immer stöhnt und meckert. Es gibt doch, egal wie fit und mobil man ist immer wieder kleine schöne Momente. Mein verstorbener Vater sagte mal zu mir, dann geh einfach in ein Cafe und trink einen Kaffee. Mein Mann ist zzt nicht eingeschränkt und nicht in so kurzen Abständen schwerwiegenden Problemen konfrontiert wie manch andere im Forum. Mir hilft es mich hier auszutauschen und zu erfahren wie andere mit der Erkrankung umgehen. Mittlerweile vermute ich bei meinem Mann eine andere psychische Störung , die kein miteinander möglich macht. Er will kein Gespräch bei der Psychoonkologin, keine Pflegestufe, keine Entlastung bei der Pflege der Mutter und Tante, keine Hilfe bei seiner Schuldenbewältigung, keine Kur usw. Er will nichts von dem was ihm meiner Ansicht nach gut tun würde und gut zu sich selbst sein bedeuten würde. Ich lebe alleinerziehend in einer Beziehung und das ist anstrengend, wenn der Partner wenig Verantwortung für sich selbst übernimmt. Er hat ja nur dieses Leben .
Ich denke da sind viele andere Probleme. Ich bin völlig anders. Habe mich eingelesen, mir Austausch gesucht, aber mein Mann will har nichts. Keine Hoffnung, keine Freude, nichts. Er ist vielleicht in diesem Schockzustand und kommt da nicht raus und verweigert jede Hilfe.