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Angst vor Strahlenbelastung wurde erstellt von Linchen
30 Juli 2025 17:56
  • Linchen
  • 19 Beiträge seit
    06 Juli 2024
Hallo ihr Lieben,
bei mir wurde 2021 Mgus Iga Lambda festgestellt. Ich hatte dieses Jahr eine Knochenmarkbiopsie (2% Plasmazellen) und der Onkologe meinte, ich soll einfach alle 3 Monate das Blut kontrollieren lassen. Da man bei der Biopsie im Knochenmark zusätzlich Veränderungen in der Blutbildung festgestellt hat, wollte ich das alles von einem wirklichen Spezialisten abklären lassen. Ich hatte einen Termin bei einem Primar der auf das MM spezialisiert ist und er sagte er möchte ein low dose Ganzkörper Ct. Ich sprach mehrmals die Strahlenbelastung an und informierte mich bezüglich einem Ganzkörper Mrt (das hier leider nicht möglich). Ich informierte mich noch einmal ob es wirklich nötig ist mit 33 Jahren, worauf mir gesagt wurde es wäre wichtig, damit sie das beim Tumorboard alles besprechen können und die Strahlenbelastung sei sehr gering. Mir blieb also nichts anderes übrig und es wurde heute gemacht. Ich habe jetzt eine solche Angst, dass das jetzt mehr Schaden als Nutzen bringt, da ein anderer Arzt meinte, das Ct wäre nicht nötig bei meinen Werten. Ich bin jetzt so beunruhigt. Das klingt jetzt für viele wahrscheinlich lächerlich, da ihr ganz anderes durchmachen müsst. Aber vielleicht hat doch jemand eine Meining dazu und kann mich ein bisschen aufbauen.
Liebe Grüße
Linchen

miregal antwortete auf Angst vor Strahlenbelastung
30 Juli 2025 18:22
  • miregal
  • 1011 Beiträge seit
    17 Mai 2019
Hallo Linchen,
jede Strahlenblastung kann Krebs hervorrufen. aber das passiert gehäuft erst bei kumuliert viel höherenn Dosen oder anderer Strahlenbelatung. (zB. Piloten oder Astronauten). Die Grenzwerte sind bewusst so gering gesetzt, so dass eine Kausalität der Strahlenbelastung zu anderen Krebsursachen statistisch nicht mehr unterscheidbar sind.
Und bei Dir geht es ja gerade darum, einen mögliche Krebsart früh zu erkennen, um dann rechtzeitig einzugreifen. Und das Interessante ist, dass Strahlung bestehenden Krebszellen mehr schadet wie gesunde, die das besser wegstecken, Deshalb ist eine therapeutische Bestrahlung auch ein Krebsbehandlungsmittel, natürlich fokussiert auf den Krebsherd. Und diese theraputische Strahlung ist gerne mal 10000 bis100000 mal so intensiv wie eine Röntgenuntersuchung oder CT. DIe empfindlichste bildgebende Diagnostik ist übrigens nicht MRT, sondern PET-CT. Da bekommt man vorher einen radioaktiven Zucker gespritzt, den die Krebszellen dankend "fressen" un so ihre Lokalisation im CT anzeigen. Die digitale "Photoplatte" erkennt dann dien/die Herde an der lokal fokussierten Strahlung des aufgenommenen Zuckers. So kann man auch kleinste Herde mit wenigen mm erkennen. aber natütlich ist ein PET-CT deutlich höhere Belastung wie ein ct . Du kannst natürlich als Selbstzahler ein MRT machen lassen, wird um die 1000€ kosten (pet-ct 3000€ aufwärts). Eine Privatkasse zahlt das normalerweise.
Wenn jetzt der Biopsiebefunf negativ, die Leichtketten im Serum aber positiv wären, dann liegt ein medizinischer Grund vor, nach extramedullären Herden zu suchen bzw nach fokalen Herden (Plamozyztom). Eine "Angst" vor einer Strahlenbelastung dürfte als Begründung nicht ausreichen, weil andere Gründe dagegen sprechen (Kosten-nutzen analyse)

Linchen antwortete auf Angst vor Strahlenbelastung
30 Juli 2025 19:05
  • Linchen
  • 19 Beiträge seit
    06 Juli 2024
Danke Miregal!
Meine Werte wären nicht besorgniserregend und ein MM sei eigentlich ausgeschlossen. Ich habe es so verstanden, sie wollen ein Ct Bild quasi also Ausgangssituation, falls sich irgendetwas entwickeln würde. Hoffe wirklich, dass die Untersuchung sinnvoll war. Sie meinten es wäre nur eine Strahlenbelastung von einem Langstreckenflug. Habe natürlich viel nachgelesen und die Info gefunden 20-30 Flüge und die Belastung von 2,5 Jahren. Ich bin nach allen Untersuchungen und meinen 2 kleinen Kindern einfach so besorgt und ängstlich geworden.

Ibi antwortete auf Angst vor Strahlenbelastung
31 Juli 2025 10:25
  • Ibi
  • 158 Beiträge seit
    17 März 2025
Hallo Linchen,
ich kann hier nur wiedergeben was uns mal gesagt wurde…
Die Low dose CT hat eine 4-5x niedrigere Strahlendosis als eine normale CT und läge damit unterhalb der Belastung von z.B. einer Mammographie, die in DE alle Frauen ab 50 alle 2 Jahre angeboten wird als Krebsfrüherkennung.
Ich denke die Vorteile überwiegen bei weitem die Nachteile.
Du hast jetzt nochmal zusätzlich die Wissenschaft bekommen, dass auch keine Knochenläsionen vorliegen. Das ist doch auch beruhigend, oder?
Es wird ja bei dir auch erstmal eine einmalige Geschichte sein, da du nicht an MM erkrankt bist, da hält sich die Strahlendosis dann auch wirklich in Grenzen. Und für die Zukunft bist du jetzt bestens „gewappnet“…

Ich wünsche die alles gute und dass dein MGUS ewig so bleibt.

Liebe Grüße
Ibi

Linchen antwortete auf Angst vor Strahlenbelastung
01 Aug. 2025 15:37
  • Linchen
  • 19 Beiträge seit
    06 Juli 2024
Hallo Ibi,
vielen lieben Dank für deine Antwort! Das beruhigt mich gerade. Es sind immer wieder so nette Leute hier im Forum, die helfen. Ich fühle mich mit Mgus und den Sorgen die man hat immer ein bisschen alleine. Danke für eure Unterstützung.

miregal antwortete auf Angst vor Strahlenbelastung
01 Aug. 2025 17:29
  • miregal
  • 1011 Beiträge seit
    17 Mai 2019
Es hilft auch, nicht ständig über die Erkrankung zu lesen, die meisten Berichte sind veraltet und ändern kann man im MGUS/smouldering Status eh nix. Ich hab's seinerzeit trotzdem hin und wieder getan (hier im Forum gelesen) und dann war die Nacht mit Einschlafen gelaufen. Völlig übermüdet am nächsten Tag ins Büro geschleppt. Wenn deine Ängste nicht besser werden, würde ich dir den psychoonkologischen Dienst einer großen Klinik empfehlen.