Armutsrisiken für MM-Patienten in den USA wurde erstellt von lisa_kotschi
23 Sep. 2015 14:31
- lisa_kotschi
-
1139 Beiträge seit
27 Oktober 2009
27 Oktober 2009
Hallo in die Runde,
einige von euch haben sicher die Meldung gelesen, dass MM-Patienten und Patientinnen in den USA ihre Behandlung wegen der teuren neuen Medikamente abbrechen mussten, da sie diese von ihren Krankenversicherungen nicht oder nicht ausreichend erstattetet bekommen.
In den USA gibt es seit wenigen Jahren den neuen Begriff „Financial Toxicity“ für jene Patienten, die ihre Krebsbehandlung nicht mehr bezahlen können, obwohl die meisten von ihnen krankenversichert sind. Nun erschien zu diesem Problem die erste Studie zu 100 MM-Patienten (sicher nicht representativ, aber besorgniserregend).
Von diesen 100 Patientinnen und Patienten muss beinahe die Hälfte ihr Ersparnisse anzapfen, um ihre Behandlung bezahlen zu können, von 17% wurde berichtet, dass sie ihr Behandlung aufgrund der Kosten hinauszögerten, 10% mussten ihre Behandlung komplett stoppen.
Während einerseits die neuen Behandlungen zu beeindruckend längeren Überlebenszeiten beim MM beitragen, sind diese auch mit erheblich höheren Kosten verbunden. Die meisten PatientInnen werden mittlerweile damit behandelt. Gleichzeitig stiegen die Kosten der neuen MM-Medikamente etwa um das 10-fache in den vergangenen 15 Jahren, viele davon kosten heute mehr als 10.000 USD oder mehr im Monat.
So weit der Bericht, im Original nachzulesen unter www.eurekalert.org/pub_releases/2015-09/uops-mmp091515.php
Diese Meldung hat mich tief erschreckt und ich bin froh, dass in Europa, zumindest in Zentraleuropa, die Gesundheitssysteme mehrheitlich anders funktionieren. Sicher bekommen einige von uns nicht immer das allerneueste Medikament und nicht alles finanzieren unsere Krankenkassen, was gerade auf den Markt kommt. Mir scheint es allerdings die bessere Alternative, dass die übergroße Mehrheit von uns ohne finanziellen Ruin gut oder zumindest angemessen versorgt werden.
Andererseits ist auch bei uns zu beobachten, dass es bei kostengünstigen Medikamenten wie dem Melphalan, Basis u.a. für die Hochdosistherapie, heute schon Lieferengpässe gibt. Die Gesundheitsgesetzgebung müsste hier dringend nachbessern.
Lisa
einige von euch haben sicher die Meldung gelesen, dass MM-Patienten und Patientinnen in den USA ihre Behandlung wegen der teuren neuen Medikamente abbrechen mussten, da sie diese von ihren Krankenversicherungen nicht oder nicht ausreichend erstattetet bekommen.
In den USA gibt es seit wenigen Jahren den neuen Begriff „Financial Toxicity“ für jene Patienten, die ihre Krebsbehandlung nicht mehr bezahlen können, obwohl die meisten von ihnen krankenversichert sind. Nun erschien zu diesem Problem die erste Studie zu 100 MM-Patienten (sicher nicht representativ, aber besorgniserregend).
Von diesen 100 Patientinnen und Patienten muss beinahe die Hälfte ihr Ersparnisse anzapfen, um ihre Behandlung bezahlen zu können, von 17% wurde berichtet, dass sie ihr Behandlung aufgrund der Kosten hinauszögerten, 10% mussten ihre Behandlung komplett stoppen.
Während einerseits die neuen Behandlungen zu beeindruckend längeren Überlebenszeiten beim MM beitragen, sind diese auch mit erheblich höheren Kosten verbunden. Die meisten PatientInnen werden mittlerweile damit behandelt. Gleichzeitig stiegen die Kosten der neuen MM-Medikamente etwa um das 10-fache in den vergangenen 15 Jahren, viele davon kosten heute mehr als 10.000 USD oder mehr im Monat.
So weit der Bericht, im Original nachzulesen unter www.eurekalert.org/pub_releases/2015-09/uops-mmp091515.php
Diese Meldung hat mich tief erschreckt und ich bin froh, dass in Europa, zumindest in Zentraleuropa, die Gesundheitssysteme mehrheitlich anders funktionieren. Sicher bekommen einige von uns nicht immer das allerneueste Medikament und nicht alles finanzieren unsere Krankenkassen, was gerade auf den Markt kommt. Mir scheint es allerdings die bessere Alternative, dass die übergroße Mehrheit von uns ohne finanziellen Ruin gut oder zumindest angemessen versorgt werden.
Andererseits ist auch bei uns zu beobachten, dass es bei kostengünstigen Medikamenten wie dem Melphalan, Basis u.a. für die Hochdosistherapie, heute schon Lieferengpässe gibt. Die Gesundheitsgesetzgebung müsste hier dringend nachbessern.
Lisa
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Mira antwortete auf Armutsrisiken für MM-Patienten in den USA
23 Sep. 2015 15:13
- Mira
419 Beiträge seit
03 Februar 2014
03 Februar 2014
Hallo Lisa,
du hast vollkommen recht. Aber: ein Sozialstaat ist teuer. Und das spüren bei uns diejenigen die einzahlen, sei es über Steuern oder Krankenkassenbeiträge. Dafür ist der Nutzen für alle enorm. Daran sollten wir öfters denken, wenn wir meinen zuviel zahlen zu müssen oder zu wenig zu erhalten. Diese Situation trifft in USA vor allem aber nicht nur bei Krebspatienten zu. Da sterben einige Menschen nur weil sie zu wenig Geld haben. Sicherlich müssen auch wir auch teils hohe finanzielle Einbussen hinnehmen wenn wir Krank sind und nicht mehr arbeiten können. Und unser Gesundheitssystem zeigt hier und da auch Schwächen. Steht aber in kein Vergleich zu USA, dagegen ist sogar Hartz IV schon Luxus pur.
LG
Katrien
du hast vollkommen recht. Aber: ein Sozialstaat ist teuer. Und das spüren bei uns diejenigen die einzahlen, sei es über Steuern oder Krankenkassenbeiträge. Dafür ist der Nutzen für alle enorm. Daran sollten wir öfters denken, wenn wir meinen zuviel zahlen zu müssen oder zu wenig zu erhalten. Diese Situation trifft in USA vor allem aber nicht nur bei Krebspatienten zu. Da sterben einige Menschen nur weil sie zu wenig Geld haben. Sicherlich müssen auch wir auch teils hohe finanzielle Einbussen hinnehmen wenn wir Krank sind und nicht mehr arbeiten können. Und unser Gesundheitssystem zeigt hier und da auch Schwächen. Steht aber in kein Vergleich zu USA, dagegen ist sogar Hartz IV schon Luxus pur.
LG
Katrien
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rudi antwortete auf Armutsrisiken für MM-Patienten in den USA
23 Sep. 2015 20:00
- rudi
-
2203 Beiträge seit
23 Oktober 2009
23 Oktober 2009
Das ist aber nichts neues in den USA. Da ist jeder irgendwie anders versichert und nicht Flächendeckend durch Gesetztgebung wie bei uns.
Schon vor 30 bis 40 Jahren hörte ich von Verwandten, die in den USA lebten, das man dort eines seiner Holzhäuser verkaufen muss, wenn man mal ernsthaft erkrankt oder eine grössere Operatoon durchgeführt werden muss.
In den USA hat man früher oder auch heute noch ein in Holzbauweise gebautes Haus für 40 bis 60 Tausend Dollar kaufen können.
Viele haben dann 2 bis 3 Häuser. Wenn man eine grössere teuere Behandlung machen lässt, muss man im Extremfall eines seiner Häuser verkaufen um die Behandlung zu bezahlen.
Die haben in USA nicht so eine soziale Krankenversicherung wie wir.
LG
Rudi
Schon vor 30 bis 40 Jahren hörte ich von Verwandten, die in den USA lebten, das man dort eines seiner Holzhäuser verkaufen muss, wenn man mal ernsthaft erkrankt oder eine grössere Operatoon durchgeführt werden muss.
In den USA hat man früher oder auch heute noch ein in Holzbauweise gebautes Haus für 40 bis 60 Tausend Dollar kaufen können.
Viele haben dann 2 bis 3 Häuser. Wenn man eine grössere teuere Behandlung machen lässt, muss man im Extremfall eines seiner Häuser verkaufen um die Behandlung zu bezahlen.
Die haben in USA nicht so eine soziale Krankenversicherung wie wir.
LG
Rudi
Heilung ist ein individueller Prozess, der sehr stark an das persönliche Bewusstsein gebunden ist. Daher kann kein Mensch einen anderen Menschen heilen sondern immer nur auf dem Weg zu seiner persönlichen Heilung begleiten.
rudiversal.wordpress.com
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