Antrag auf CAR-T-Zellen / Schwierigkeiten und Ablehnungen wurde erstellt von Mapoli
09 Jan. 2025 18:12
- Mapoli
-
1676 Beiträge seit
18 Juni 2011
18 Juni 2011
Liebe Mitpatienten,
da vermehrt die Mitteilung von Patienten kam, dass Anträge auf eine Behandlung mit CAR-T-Zellen abgelehnt wurden oder die Therapie vom Arzt vorgeschlagen wurde, aber ein Antrag nicht gestellt werden konnte, hier eine Umfrage:
o Bei wem wurde ein Antrag gestellt und abgelehnt
o Welche Begründungen führten zur Ablehnung
o Bei wem wurde ein Antrag gar nicht erst gestellt, obwohl zu CAR-T-Zellen geraten wurde, da man die Voraussetzungen offensichtlich nicht erfüllt.
Es sind sehr persönliche Fragen und ich kann gut verstehen, wenn man das nicht im Forum schreiben möchte. Der Gedanke bei der Umfrage ist es, ein Bild zu bekommen, wie häufig es vorkommt und wie groß sich die Problematik für uns Patienten zeigt.
Gerne könnt Ihr auch per Mail antworten, wenn ihr Euch hier nicht äußern möchtet.
kontakt@myelom.org
Liebe Grüße
Ma
da vermehrt die Mitteilung von Patienten kam, dass Anträge auf eine Behandlung mit CAR-T-Zellen abgelehnt wurden oder die Therapie vom Arzt vorgeschlagen wurde, aber ein Antrag nicht gestellt werden konnte, hier eine Umfrage:
o Bei wem wurde ein Antrag gestellt und abgelehnt
o Welche Begründungen führten zur Ablehnung
o Bei wem wurde ein Antrag gar nicht erst gestellt, obwohl zu CAR-T-Zellen geraten wurde, da man die Voraussetzungen offensichtlich nicht erfüllt.
Es sind sehr persönliche Fragen und ich kann gut verstehen, wenn man das nicht im Forum schreiben möchte. Der Gedanke bei der Umfrage ist es, ein Bild zu bekommen, wie häufig es vorkommt und wie groß sich die Problematik für uns Patienten zeigt.
Gerne könnt Ihr auch per Mail antworten, wenn ihr Euch hier nicht äußern möchtet.
kontakt@myelom.org
Liebe Grüße
Ma
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Doris2460 antwortete auf Antrag auf CAR-T-Zellen / Schwierigkeiten und Ablehnungen
10 Jan. 2025 07:09
- Doris2460
672 Beiträge seit
13 August 2022
13 August 2022
Hallo Ma,
ich bin zwar nicht betroffen, aber das Problem ist wohl, dass derzeit nur Cilta Cell zu Verfügung steht.
Ide Cell hat im Moment die Zusammenarbeit mit Deutschland eingestellt, das die Krankenkassen wohl nur noch 100.000 Euro zahlen wollen.
ich bin zwar nicht betroffen, aber das Problem ist wohl, dass derzeit nur Cilta Cell zu Verfügung steht.
Ide Cell hat im Moment die Zusammenarbeit mit Deutschland eingestellt, das die Krankenkassen wohl nur noch 100.000 Euro zahlen wollen.
Doris
Das Leben geht weiter, selbst wenn es humpelt
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Mapoli antwortete auf Antrag auf CAR-T-Zellen / Schwierigkeiten und Ablehnungen
10 Jan. 2025 09:30 - 10 Jan. 2025 09:31
- Mapoli
-
1676 Beiträge seit
18 Juni 2011
18 Juni 2011
Hallo Doris,
ja genau, das ist eins der Schwierigkeiten.
Aber es gibt noch eine weitere Porblematik:
Seit der Neuzulassung des nun noch alleinig zur Verfügung stehenden Präparats im letzten Frühjahr gibt es einige Patienten, für die die Therapie nun nicht mehr zur Verfügung steht, die durchs Raster fallen. Die Behandlung ist jetzt zwar bereits in der zweiten Linie zugelassen, aber nur noch für Lenalidomid refraktäre Patienten.
Viele Patienten erleiden ein Rezidiv in der Therapiepause und haben zuvor die Lenalidomid Erhaltung nach zwei Jahren beendet. Manche wegen starker Nebenwirkungen, einige wegen der Empfehlung des Behandlers. Es wurde auch von Patienten berichtet, dass die Erhaltungstherapie bis zur Einführung der Lenalidomid Generika von einigen Krankenkassen nicht länger als zwei Jahre bezahlt wurde.
Seit Ende letzten Jahres wurde nun das andere zugelassenen CAR-T-Zell Produkt von der Firma vom Markt genommen, wie Du ja schon schreibst. Es war bisher ab der 4. Linie zugelassen, ohne die Einschränkung zum Lenalidomid.
ja genau, das ist eins der Schwierigkeiten.
Aber es gibt noch eine weitere Porblematik:
Seit der Neuzulassung des nun noch alleinig zur Verfügung stehenden Präparats im letzten Frühjahr gibt es einige Patienten, für die die Therapie nun nicht mehr zur Verfügung steht, die durchs Raster fallen. Die Behandlung ist jetzt zwar bereits in der zweiten Linie zugelassen, aber nur noch für Lenalidomid refraktäre Patienten.
Viele Patienten erleiden ein Rezidiv in der Therapiepause und haben zuvor die Lenalidomid Erhaltung nach zwei Jahren beendet. Manche wegen starker Nebenwirkungen, einige wegen der Empfehlung des Behandlers. Es wurde auch von Patienten berichtet, dass die Erhaltungstherapie bis zur Einführung der Lenalidomid Generika von einigen Krankenkassen nicht länger als zwei Jahre bezahlt wurde.
Seit Ende letzten Jahres wurde nun das andere zugelassenen CAR-T-Zell Produkt von der Firma vom Markt genommen, wie Du ja schon schreibst. Es war bisher ab der 4. Linie zugelassen, ohne die Einschränkung zum Lenalidomid.
Letzte Änderung: 10 Jan. 2025 09:31 von Mapoli.
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Callosum62 antwortete auf Antrag auf CAR-T-Zellen / Schwierigkeiten und Ablehnungen
10 Jan. 2025 10:54
- Callosum62
250 Beiträge seit
18 September 2023
18 September 2023
Hallo, Mapoli
genau so ist es.
Bei uns in der SHG ist einem MM-Kollegen nach seinem Rezidiv Carvykti in der Zweitlinie nicht genehmigt worden mit der Begründung, er sei nicht Lenalidomid-Refraktär. Ich habe die Begründung der Ablehnung vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen aufmerksam gelesen, und die zitieren dort sehr genau die Zulassungsbedingungen. Mit vielen Paragraphen. Wahrscheinnlich ein gemeiner Textbaustein, aber formal, wenn auch perfide, dennoch m.E. fast unangreifbar. Carvykti gibt es in der Zweitlinie eben nur, wenn Lenalidomid-Refraktärität vorliegt. Weil es in der Cartitude-4-Studie eben für L-Refraktäre seine überlegene Wirkung gegenüber der Standardtherapie in der Zweitlinie bewiesen hat. Und für andere nicht, da bräuchte es m.E. erst noch eine Studie. Und dabei ist es rechtlich anscheinend völlig egal, ob es für das Absetzen von L medizinische Gründe gegeben hat, also nicht nur die üblichen Verdächtigen wie Hautausschläge, Fatigue und Durchfälle/Verstopfung, sondern auch gefährliche Nebenwirkungen wie Nierenfunktionsstörungen. Selbst, wenn diese im Arztbrief dokumentiert wurden mit Formulierungen wie "Lenalidomid-toxisch" oder so.
Mein MM-Kumpel hat dann gemeinsam mit den Würzburgern ausgelotet, ob es möglich ist, rechtliche Schritte gegen seine Krankenkasse einzuleiten. Das gemeinsame Endergebnis: Keine Chance. Er wird jetzt mit einer Standardtherapie behandelt.
Die Problematik der L-Refraktärität als Voraussetzung für Carvykit stellt sich m.E. auch bei anderen Medikamenten-Kombinationen, z.B. wenn jemand L gleich am Anfang der Erhaltungstherapie nicht vertragen hat oder das nicht gewirkt hat und stattdessen z.B. OFF-Label auf Pomalidomid/Imnovid umgestellt wurde.
By the way: Mir ist nicht ganz klar, wie eine Einnahme von L von den Kostenträgern überprüft werden kann. Möglicherweise spielt die Tatsache, ob das L durchweg verschrieben worden ist und das auch dokumentiert wurde, hier eine bedeutsame Rolle. Ich jedenfalls habe das L dokumentiert durchweg verschrieben bekommen (steht auch so fortlaufend bei den Medis in meinen Arztbriefen) und auch eingenommen (ich war von der Wirkung über zwei Jahre hinaus überzeugt, dafür gibt es mehrere Studien). Bei mir wurde im September 2024 Carvykti genehmigt. Das Genehmigungsverfahren hat allerdings trotz schneller Antragsstellung aus Erlangen nahezu 5 Monate gedauert. Und jetzt nochmal 4 Monate, bis ich das endlich in 11 Tagen bekomme.
Noch nicht gehört habe ich davon, dass L nach zwei Jahren in Deutschland von den Kostenträgern nicht mehr genehmigt worden ist. Soweit mir bekannt, gibt es dafür keine zeitlichen Grenzen, die zulassungsbedingt begründbar wären, wie z.B. in Frankreich (soweit ich weiß). Wohlgemerkt, wir reden hier vom generischen Lenalidomid und nicht vom Original-Stoff Revlimid - letzterer ist immer noch sehr teuer.
Keine Ahnung habe ich von Carvykti in späteren Behandlungslinien, also aber der Dritten, d.h. wie da die Genehmigungsvoraussetzungen sind. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass man z.B. in der dritten Behandlungslinie noch L-Refraktär sein muss, denn in der Regel funzt L ja nach dem ersten Rezidiv sowieso nicht mehr, vorausgesetzt, L wurde in der Erhaltungstherapie genommen. Da weiß ich nicht, ob das bei einer Genehmigung in späteren Behandlungslinien auch noch geprüft wird, also ob man mal L-Refraktär gewesen ist. Weiß da jemand von denen, die in einer späteren Behandlungslinie Carvykti bekommen hat, vielleicht etwas?
Es bleibt schwierig mit der CAR-T-Zelltherapie gerade, leider...
genau so ist es.
Bei uns in der SHG ist einem MM-Kollegen nach seinem Rezidiv Carvykti in der Zweitlinie nicht genehmigt worden mit der Begründung, er sei nicht Lenalidomid-Refraktär. Ich habe die Begründung der Ablehnung vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen aufmerksam gelesen, und die zitieren dort sehr genau die Zulassungsbedingungen. Mit vielen Paragraphen. Wahrscheinnlich ein gemeiner Textbaustein, aber formal, wenn auch perfide, dennoch m.E. fast unangreifbar. Carvykti gibt es in der Zweitlinie eben nur, wenn Lenalidomid-Refraktärität vorliegt. Weil es in der Cartitude-4-Studie eben für L-Refraktäre seine überlegene Wirkung gegenüber der Standardtherapie in der Zweitlinie bewiesen hat. Und für andere nicht, da bräuchte es m.E. erst noch eine Studie. Und dabei ist es rechtlich anscheinend völlig egal, ob es für das Absetzen von L medizinische Gründe gegeben hat, also nicht nur die üblichen Verdächtigen wie Hautausschläge, Fatigue und Durchfälle/Verstopfung, sondern auch gefährliche Nebenwirkungen wie Nierenfunktionsstörungen. Selbst, wenn diese im Arztbrief dokumentiert wurden mit Formulierungen wie "Lenalidomid-toxisch" oder so.
Mein MM-Kumpel hat dann gemeinsam mit den Würzburgern ausgelotet, ob es möglich ist, rechtliche Schritte gegen seine Krankenkasse einzuleiten. Das gemeinsame Endergebnis: Keine Chance. Er wird jetzt mit einer Standardtherapie behandelt.
Die Problematik der L-Refraktärität als Voraussetzung für Carvykit stellt sich m.E. auch bei anderen Medikamenten-Kombinationen, z.B. wenn jemand L gleich am Anfang der Erhaltungstherapie nicht vertragen hat oder das nicht gewirkt hat und stattdessen z.B. OFF-Label auf Pomalidomid/Imnovid umgestellt wurde.
By the way: Mir ist nicht ganz klar, wie eine Einnahme von L von den Kostenträgern überprüft werden kann. Möglicherweise spielt die Tatsache, ob das L durchweg verschrieben worden ist und das auch dokumentiert wurde, hier eine bedeutsame Rolle. Ich jedenfalls habe das L dokumentiert durchweg verschrieben bekommen (steht auch so fortlaufend bei den Medis in meinen Arztbriefen) und auch eingenommen (ich war von der Wirkung über zwei Jahre hinaus überzeugt, dafür gibt es mehrere Studien). Bei mir wurde im September 2024 Carvykti genehmigt. Das Genehmigungsverfahren hat allerdings trotz schneller Antragsstellung aus Erlangen nahezu 5 Monate gedauert. Und jetzt nochmal 4 Monate, bis ich das endlich in 11 Tagen bekomme.
Noch nicht gehört habe ich davon, dass L nach zwei Jahren in Deutschland von den Kostenträgern nicht mehr genehmigt worden ist. Soweit mir bekannt, gibt es dafür keine zeitlichen Grenzen, die zulassungsbedingt begründbar wären, wie z.B. in Frankreich (soweit ich weiß). Wohlgemerkt, wir reden hier vom generischen Lenalidomid und nicht vom Original-Stoff Revlimid - letzterer ist immer noch sehr teuer.
Keine Ahnung habe ich von Carvykti in späteren Behandlungslinien, also aber der Dritten, d.h. wie da die Genehmigungsvoraussetzungen sind. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass man z.B. in der dritten Behandlungslinie noch L-Refraktär sein muss, denn in der Regel funzt L ja nach dem ersten Rezidiv sowieso nicht mehr, vorausgesetzt, L wurde in der Erhaltungstherapie genommen. Da weiß ich nicht, ob das bei einer Genehmigung in späteren Behandlungslinien auch noch geprüft wird, also ob man mal L-Refraktär gewesen ist. Weiß da jemand von denen, die in einer späteren Behandlungslinie Carvykti bekommen hat, vielleicht etwas?
Es bleibt schwierig mit der CAR-T-Zelltherapie gerade, leider...
Folge Deinem Herzen, aber vergiss dabei nicht, Dein Hirn mitzunehmen.
(Alfred Adler)
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Chiara12 antwortete auf Antrag auf CAR-T-Zellen / Schwierigkeiten und Ablehnungen
10 Jan. 2025 11:41 - 10 Jan. 2025 11:42
- Chiara12
-
160 Beiträge seit
27 September 2013
27 September 2013
Hallo zusammen,
ich habe eine kurze Frage:
Gibt es denn eine Studie, die als Zweitlinie nach ersten Rezidiv CAR T Zellen anbietet, ohne daß man refraktär auf Lena ist?
Danke.
ich habe eine kurze Frage:
Gibt es denn eine Studie, die als Zweitlinie nach ersten Rezidiv CAR T Zellen anbietet, ohne daß man refraktär auf Lena ist?
Danke.
Ich versuche stark zu sein und das Beste daraus zu machen.
Letzte Änderung: 10 Jan. 2025 11:42 von Chiara12. Begründung: Rechtschreibung
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Flo83 antwortete auf Antrag auf CAR-T-Zellen / Schwierigkeiten und Ablehnungen
10 Jan. 2025 12:11
- Flo83
75 Beiträge seit
27 Februar 2024
27 Februar 2024
Hallo Chiara, schau mal ob die Karma9 Studie mit Abecma vielleicht noch rekrutiert.
Nichts ist beständiger als der Wandel
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