AMMonline

     

07 Juli 2011 18:09
  • rudi
  • 2203 Beiträge seit
    23 Oktober 2009
Ich habe in den letzten 8 Tagen deutlich an mir selbst bemerkt wie der Allgemeinzustand sich schlagartig auch auf die Psyche niederschlägt.

Bis zum 30. Juni war ich noch voll gut drauf und voller Tatendrang und Plänen für die nähere Zukunft.
Dann bin ich durch einen "dammed Erreger" krnak geworden. Es hat mich dermaßen von den Socken gehauen, dass ich 1 Woche lang Platt war wie bei der Hochdosischemo. Und dazu noch die Angst über den Ausgang dieses Infektes.
Im Fieber bin ich in meinen Gedanken regelrecht aggressiv geworden allem und jedem gegenüber.
Zum Glück waren es meistens nur Gedanken und keine Taten.

Heute merke ich, dass ich es überstanden habe und es mir wieder viel besser geht. Und gleich verschwinden die negativen Gedanken und die positiven machen sich wieder breit. Ich merke wie die Lebenslust zurückkommt - obwohl ich mich noch bewusst sehr ruhig verhalte die nächsten Tage - um keinen Rückfall zu provozieren.

Diese Beobachtung haben Angehörige sicher öfters bei ihren MM Patienten auch bemerkt. Mal totale Aggressivität, dann mal wieder direkt gute Stimmung.

Und so ist das immer ein "Auf und Ab" bei dieser Krankheit MM.

Heilung ist ein individueller Prozess, der sehr stark an das persönliche Bewusstsein gebunden ist. Daher kann kein Mensch einen anderen Menschen heilen sondern immer nur auf dem Weg zu seiner persönlichen Heilung begleiten.

rudiversal.wordpress.com

Jeanny150765 antwortete auf Einfluss von aktuellem Zustand auf die Psyche
07 Juli 2011 18:19
  • Jeanny150765
  • 1161 Beiträge seit
    17 Juni 2010
Lieber Rudi,

wovon Du berichtest,das kommt mir bekannt vor.
Als Angehöriger bekommt man das ja auch manchmal ein wenig zu spüren.Das ist nicht so schlimm,weil ich da nicht empfindlich bin und mir denke,Ihr könnt eigentlich nichts dafür.
Vielleicht sind das alles Nachwirkungen eines langen Therapieweges und der immer währenden kleinen Angst im Nacken.
Das schöne ist,das diese kurzen Augenblicke nicht lange anhalten und fast immer gute Laune da ist.Und auch nicht MM`ler haben manchmal schlechte Laune.

LG
Jeanny

07 Juli 2011 21:42
  • sergio
  • 479 Beiträge seit
    27 Oktober 2009
Was Rudi beschreibt, ist sehr richtig, deswegen ist mein wichtigstes Anliegen, auch "gesund" zu bleiben, wenn bei mir ein Infekt kommt oder Fieber ist der Abfall psychisch und koerperlich doch dramatisch und das versuche ich zu vermeiden, eben auch durch unbedachtes Handeln oder tun.
Als Beispiel, als ich am Jahresende mit einem Infekt ueber eine Woche fieber und im KH war, war ich hinterher total koerperlich fertig durch die Antibiotika und musste mich ueber Tage wieder aufpaeppeln. Also es ging mir wirklich schlechter als jetzt bei den chemos, und das will schon was heissen!

Psychisch bin ich sehr empfindlicher geworden und versuche oft kritische Situationen zu vermeiden, lieber gar nix sagen und weg als ein aufbrausen zu riskieren. Und das geht eben schnell, aufgrund der meds und des cortisons. Nur scheint das normale umfeld das manchmal gar nicht so richtig zu begreifen und will mich da auch nicht erklaeren. Ja bei mir kommt momentan auch die mentale "verarbeitung" der bevorstehenden allo und das ist ja nicht sehr einfach, da macht mach sich schon seine gedanken, auch ungewollt, ansonsten, versuch ich immer guter laune zu sein, ich kann ja eh tun und lassen was ich mag momentan, hoffe und wuensche, dass die anderen betroffenen es auch tun koennen
gruss

Sergio

08 Juli 2011 13:12
  • gast
  • 0 Beiträge seit
    24 März 2026
Hallo Sergio,
der Gast, der Dir schreibt , bin ich Harry. Bin in Würzburg. Habe durch mein Chemo-Hirn glatt mein Password vergessen. Wollte nur sagen, das man es nicht hätte treffender schreiben können mit dem Zustand der Psyche. Bzgl. allo SZT. Mach mal einen Zettel: pro und contra. Immer wenn Dir was einfällt, auf die jeweilige Seite schreiben, auch etvl. unwichtiges. Ich habe dann nicht mit dem Kopf sondern mit dem "Bierbauch" entschieden. Bin am Sonntag wieder zu Hause. Melde mich anfang nächster Woche. Alles gute. Harry

12 Juli 2011 21:19
  • Susanne
  • 66 Beiträge seit
    10 Februar 2011
Lieber Rudi,
freut mich, daß du den Infekt gut überstanden hast und es dir wieder gut geht.
Das mit den Stimmungsschwankungen kann auch ich bestätigen. Ich bin meistens gut drauf und eher überdreht (wegen der Medis). Geht es mir dann doch mal nicht so gut, schlägt das hart um.

Oft bekommen unsere Ehe- und Lebenspartner dann das meiste ab, obwohl wir nicht mit Gold aufwiegen können, was sie alles für uns tun und wir nicht wissen, wie sehr sie unter unserer Krankheit leiden.
Und sie ertragen es auch - meistens klaglos - denn wir sind ja krank ...

An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an alle Ehepartner, Lebenspartner, Kinder, Geschwister und sonstigen Angehörigen, die uns in guten und schlechten Seiten zur Seite stehen! Wir lieben euch, auch wenn wir es nicht immer zeigen (können)!

LG Susanne

17 Juli 2011 12:10
  • Nervi
  • 0 Beiträge seit
    24 März 2026

Wenn ich traurig bin und weine vielleicht,
frag nicht warum, sieh mir in die Augen,
nimm mich in den Arm ganz fest und
lass mich traurig sein.
Wenn ich böse bin, richtig sauer auf alle
auf mich, frag nicht warum, sieh mich an,
nimm‘s mir nicht übel, komm morgen
wieder und lass mich böse sein.
Wenn ich glücklich bin und strahle
einfach so, frag nicht warum, nimm meine
Hand und lächle für mich, spüre die
Wärme und lass uns glücklich sein.
(Verfasser unbekannt)

Ihr Lieben,
den obigen Spruch mit den, für mich, passenden Worten habe ich mir vor Jahren an meine Pinnwand geheftet.

Einen schönen Sonntag wünscht euch allen Nervi

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