AMMonline

     

15 Nov. 2011 06:28
  • ChristianK
  • 0 Beiträge seit
    25 März 2026
Hallo Zusammen,

ich bin seit 2 Wochen auf MM diagnostiziert.
Bin Familienvater, meine Tochter ist 6, ich bin BJ 71.

Bin wegen Lungenentzündung stationär gewsen und dabei kam die Überraschung. Wie jeder hier, erlebe gerade ein wildes auf und ab. Bin aber guter Stimmung. Es geht immer eine Tür auf.

Neben der Entscheidung zur geeigneten Therapie sind tonnenweise praktische Fragen zu lösen.

1.Beruf und Therapie: kann ich während der Basischemo (3-4 Zyklen über 3-4 Monate,. also vor Hochdosis) arbeiten. Bin derzeit als Geschäftsbereichsleiter 60-70h/Woche Arbeistpensum gewöhnt, das wird sicherlich nicht klappen. EURE Tipps bitte!

2. Erfahrungen mit Naturheilverfahren?
Das MM ist sehr komplex. Nach allen Informationen, die ich privat und mit Ärzten recherchiert habe, finde ich keine solide Therapie auf dem Nicht-Chemo-Weg. Hat hier jemand solide Quellen, außer dieses und jenes Vitamin, dieses und jenes Kraut könnte helfen.

3. Krankenversicherung. Meine aktuelle Erfahrung als privat Versicherter (PKV)...
scheisse...wenn es um die Existenz geht. Ich hänge am Fliegenfänger. Die Gesetzliche Versicherung trägt weitaus mehr. Am Ende des Tagesgeld kommt der Abstieg: Hartz IV ist vorgezeichnet, wenn ich ich nicht arbeiten können sollte. Kennt ihr Wege aus der PKV in die Gesetzliche (GKV) zurückzukommen? KOntakt zu Anwälten, die im Thema fit sind?

Danke für Euren Support
Christian

15 Nov. 2011 07:28
  • Krümmelchen
  • 30 Beiträge seit
    25 Februar 2011
hallo christian, zunächst mal herzlich willkommen im forum. Ich glaube das dein 60 wochenstundenpensum ein wenig viel wird hast du ganz richtig erkannt, ich denke du wirst schnell merken wieviel arbeit dir gut tut und wann du dir zuviel zumutest. Das wichtigste sollte zunächst einmal sein dein mm möglichst schnell in den griff zu bekommen und da ist deine kraft im moment am besten aufgehoben. Zur privaten krankenversicherung, da ist meine erfahrung das der einzige weg zurück in die gesetzliche der ist, das du in die sozialversicherungsPFLICHT zurück kommen musst, ich hatte mich unwissend für mein studium befreien lassen und bin aus der nummer nur noch durch ein arbeitsverhältnis raus gekommen. Bist du selbstständig oder angestellt? Wenn du angestellt bist solltest du dich mit deinem arbeitgeber auseinander setzen, vieleicht findet sich wenn du deine stunden reduzieren kannst der weg zurück? Zu alternativen therapien kann ich dir nicht viel sagen, ich selbst glaube das bei mm kein weg an der schulmedizin vorbei führt. Aber es gibt hier im forum andere die dir dazu sicherlich noch mehr sagen können. Ich wünsch dir alles gute. Lg anne ?beinahe vergessen, der weg muss nicht zwangsläufig harz4 heißen, es gibt die möglichkeit sich vorübergehend verrenten zu lassen, da musst du dich mal schlau machen.

15 Nov. 2011 08:55
  • christine
  • 0 Beiträge seit
    25 März 2026
Hallo,
aus Erfahrung denke ich, dass du die "Vorchemo" bis zur Hochdosis (Stammzellentransplanation) relativ gut wegstecken kannst, allerdings geht unter Umständen viel Zeit für die Besuche in der Klinik verloren. Ich habe bis zur Stammzellenentnahme als KAM flexibel und reduziert gearbeitet.

Du musst das eben mal angehen lassen; ich finde auch, dass Arbeit eine gute Abwechslung bietet und schon deshalb während der Therapie wichtig sein kann.

Was Naturheilverfahren angeht, bin ich überhaupt nicht skeptisch. Die würde ich immer befürworten, wenn es denn gehen würde........ Man kann wohl den Allgemeinzustand sehr verbessern, aber nicht prinsipiell gegen MM angehen.

Gruss und viel Glück - vor allem mit der Krankenkasse.




15 Nov. 2011 11:36
  • dietmar
  • 0 Beiträge seit
    25 März 2026
Hallo Christian,

zur Frage der Arbeitsfähigkeit meine ganz subjektiven Erfahrungen: Ich habe nach den Induktionschemotherapien wie auch nach der ersten Stammzellsammlung jeweils kurz vor dem nächsten Zyklus einige Tage reduziert gearbeitet. Da ich relativ starke Induktionschemo (VRD-PACE) hatte, bin ich jedes Mal nach der Chemo zu Hause für einige Tage in ein Zelltief gekommen. Da hat sich Arbeit schon aus Gründen der Ansteckungsgefahr verboten. Nach meiner zweiten Stammzellsammlung habe ich in der knapp zweiwöchigen Pause keine Arbeitsfähigkeit mehr erreicht, es scheint so, als würde sich die Auslaugung durch die Chemo im Laufe der Zeit kumulieren. Jetzt nach der autologen PBSZT hoffe ich in einigen Tagen wieder stufenweise einsteigen zu können, mal sehen. Als Freiberufler bin ich natürlich dahinter her, schnell wieder Einkünfte zu erwirtschaften. Andererseits erscheint es mir aber auch wichtig, meinem Körper Platz und gute Rahmenbedingungen (vor allem Ruhe, Spaziergänge, Entschleunigung) für seine Arbeit zu geben, die er leistet, wenn er die Chemo verarbeitet und gegen das Myelom kämpft, und das verträgt sich nur sehr begrenzt mit Beurfstätigkeit...
LG Dietmar

15 Nov. 2011 18:00
  • MarcWen
  • 364 Beiträge seit
    09 Juni 2011
Hallo Christian,

ich hatte während meiner 3 PAD Zyklen auch versucht zu arbeiten...

1 PAD Zyklus ging bei mir über 4 Wochen... 2 Wochen ambulant mit Infusionen (1. Woche 4 Tage, 2. Woche 2 Tage), 3. Woche Tabletten und die 4. Woche zur Erholung.

Ich war dann quasi immer die 4. Woche arbeiten. Das alles aber in Absprache mit dem Arbeitgeber (habe einen Bürojob und Projektarbeit). Es macht in der Woche also keinen Sinn, stressige Arbeit zu bekommen oder Arbeit, die man in einer Woche eh nicht schafft und dann zu Hause sitzt und sich einen Kopf macht, weil man ja Verantwortung hat. Stell dir das Ganze auch nicht zu leicht vor. Bei mir ging es das 1. mal ganz gut, beim 2. mal hing ich im Büro, der Körper voller Wasser und so hatte ich mich auch gefühlt, eher Feierabend gemacht, Wassertabletten verschreiben lassen und nach Hause gekämpft. Als ich dann in die Wohnung gefallen bin hätte ich heulen können, aber es ging absolut nichts mehr, der Körper war fertig. Die Woche ist also nicht ohne Grund als Erholung gedacht. Mute dir also nicht zu viel vor... ich hatte ne 37h Woche leichte Büroarbeit, das war gut zu vertragen... vor einer 60-70h Woche und volles Pensum hätte ich so meine Bedenken... und ich bin selbst noch jung und fit.
Auch nach meiner Hochdosis und Stammzellentransplantation werde ich brav zu Hause bleiben und meinem Kärper einfach die Erholung gönnen... nicht umsonst sagt man 100 Tage abwarten, bis der Körper sich erholt hat.


Naturheilverfahren? Ich halte nicht viel davon... bestes aktuelles Beispiel Steve Jobs. Eine Freundin hat mir das Buch "Eine Welt ohne Krebs" ans Herz gelegt, ich kann hierzu aber nicht viel sagen, gehe lieber den medizinischen Weg:

www.amazon.de/Krebs-Geschichte-Vitamin-s...id=1321376102&sr=8-1

(Ich hoffe das ist keine Fremdwerbung und kann hier gepostet werden)

Krankenversicherung? Ich bin gesetzlich versichert und auch froh darüber, vor Jahren nicht gewechselt zu haben. Kann mich bis jetzt über meine TK nicht beschweren.

Grüße, Marcus

16 Nov. 2011 16:00
  • Inci
  • 0 Beiträge seit
    25 März 2026
Hallo Christian,
ich kann die vorstehenden Ausführungen nur bestätigen. Ich habe während der Induktionstherapie und auch zwischen Stammzellensammlung, 1. HD und 2. HD immer wieder gearbeitet (37 Std. i.d. Verwaltung). Das war gut so, denn man kann dadurch wirklich den Kopf ein bißchen frei bekommen nach den langen und wiederholten Aufenthalten in der Klinik. Ich habe aber auch noch gut in Erinnerung, wie klar und eindeutig die Signale des Körpers einem zu verstehen geben, was angesagt ist. Und da hilft nur eins: darauf hören und darauf eingehen. Ich konnte mir das leisten und weiß noch gut, dass ich in dieser Zeit nach dem Büro und zumal am Wochenende ausgedehnte Ruhephasen benötigte, die dann - peu à peu - immer kürzer wurden. Heute, 1 1/2 Jahre später, bin ich "fast" (gefühlte 90 %) wieder bei meiner früheren Form angelangt. Ob man physisch und psychisch je wieder voll und auch längerfristig so belastungsfähig wie früher wird, bezweifle ich.
Naturheilmittel sind ja, zumal bei unserer Erkrankung, nicht immer unproblematisch. Ich bemühe mich, durch eine gesunde und ausgewogene Ernährung und Lebensweise eventuellen Defiziten vorzubeugen.
Alles Gute
Inci