- MissJJ
25 März 2026
Meine Großmutter hat vor ca. 2 1/2 Jahren die Diagnose Plasmozytom bekommen. Die Behandlung ist in meinen Augen etwas merkwürdig gewesen. Es wurde eine Chemo begonnen (ambulant), dann konnte über Wochen keine Chemo gemacht werden, weil die Werte zu schlecht waren. Dann hieß es von heute auf morgen, es müsse keine Chemo mehr gemacht werden, da die Werte nicht so schlecht seien.
Über knapp 2 Jahre musste meine Oma jede Woche zur Hausärztin zum Blut abnehmen, die dann das Ergebnis zur Onkologin gefaxt hat. Stand immer der gleiche: Werte sind einigermaßen, kein Behandlungsbedarf.
Der Allgemeinzustand meiner Oma wurde in der ganzen Zeit immer schlechter. Sie war ständig krank, es stellten sich Fisteln im Körper ein, die operiert werden mussten - zuletzt vor 4 Wochen. Dort im Krankenhaus wurde ihr von einem Internisten gesagt, dass es für das Plasmozytom keine Behandlungsmöglichkeit mehr gäbe. Es würde sich nicht mehr lohnen, noch etwas zu unternehmen.
Ich versteh es nicht! Dummerweise ist es so, dass zwischen mir und meinen Großeltern 300 km liegen und meine Oma nicht wollte, dass ich mal hinkomme, um mit der Hausärztin - die den Kontakt zur Onkologin hergestellt hat - zu sprechen. Geschweige denn die Meinung eines anderen Arztes einzuholen.
Nun ist der aktuelle Stand so, dass es meiner Oma sehr sehr schlecht geht - physisch wie psychisch. Ich als Angehörige - noch dazu in einiger Entfernung - weiß nicht, wohin mit meinen Gedanken. Sicherlich hat meine Oma mit ihren 76 Jahren ein schönes Alter erreicht, aber diese Quälerei - v. a. in den letzten Monaten - ist nicht leicht mit anzusehen.
Danke fürs Zuhören! JJ
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- jürgenk
25 August 2011
Aus Deinen Worten klingt der Wunsch zu helfen.
Dafür müsste Deine Oma eine Einmischung jedoch zulassen.
Die geschilderten Abläufe sind in der Tat merkwürdig. Über die Entfernung können die Informationen von Deinen Großeltern auch an Gehalt verloren haben. Passieren können solche Geschichten in der Praxis leider genau so. Aber wer mag das aus der Distanz beurteilen?
Der genannten Internistin stehe ich sehr skeptisch gegenüber. Ob sie die richtige Ärztin für die Behandlung dieser Erkrankung war und ist? Im Bezug auf die Quälerei ist hinreichend Medizin verfügbar. Damit könnte Abhilfe oder mindestens Linderung geschaffen werden.
Ob sich eine Behandelung Aufgrund des Alters oder dem Stadium der Erkrankung lohnt kann dabei auch keiner beurteilen. Eine wirtschaftliche Frage ist es jedenfalls nicht!
Einen Rat kann ich Dir jedoch nicht geben. Da bist Du näher an den denkbaren Lösungen.
Alles Gute
Jürgen
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- MissJJ
25 März 2026
danke für Deine Antwort. Ja, leider ist es auch so, dass meine Großeltern - auch aufgrund des Alters - Aussagen der Ärzte nicht genau wiedergeben können bzw. schlichtweg nicht verstehen.
Deswegen bin ich froh, dass ich dieses Forum hier gefunden habe. Ich habe schon einiges gelesen und verstehe so manches jetzt doch besser. Aus vielen medzinischen Internet-Seiten wird man doch nicht so recht schlau.
Ich bin einfach schon froh, mich mal mit Leuten austauschen zu können, die wissen, worum es geht.
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- Caro
23 Oktober 2009
vielleicht können deine Großeltern der Internistin die Genehmigung geben, mal am Telefon mit dir zu sprechen. Da könntest du gezielt Fragen stellen und die über die Sachlage vielleicht besser klar werden. Wo ist deine Großmutter denn in Behandlung? Das Myelom ist eine sehr komplexe Erkrankung und sollte nur von Spezialisten - Hämatologen mit Erfahrung auf dem Gebiet behandelt werden. Die Aussage eines Arztes "es würde sich nicht mehr lohnen" finde ich auf alle Fälle völlig unmöglich. Erst macht man gar nichts und dann lohnt es nicht mehr. Da hätte ich kein Vertrauen zu.
Natürlich muss deine Großmutter selbst entscheiden, ob sie noch eine Zweitmeinung einholt bzw. in welcher Form sie sich therapieren lässt, aber ich würde sie auf alle Fälle überreden, etwas gegen ihren schlechten Zustand - Psyche, Schmerzen zu machen. Das muss doch heute keiner mehr so erdulden.
Herzliche Grüße
Caro
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- MissJJ
25 März 2026
danke für Deine Meinung!
Ja, das sehe ich genau so. Leider ist meine Großmutter momentan in einer, wie soll ich es nennen, Trotzphase? Sie möchte keine stärkeren Schmerzmittel nehmen, sie möchte nicht ins Krankenhaus, sie möchte nicht, dass ich mit den Ärzten spreche.
Ich hoffe, dass sich das wieder gibt. Morgen hat sich erstmal die Hausärztin zum Hausbesuch angekündigt, ich hoffe, dass die etwas auf meine Oma einwirken kann.
In Behandlung ist sie in der nächstgrößeren Stadt (ca. 50 km vom Wohnort entfernt) bei einer Onkologin. Das ist diejenige, die gesagt hat, es müsse nichts gemacht werden. Die Internistin im Krankenhaus hatte bereits im Frühjahr versucht, meine Oma zu "überreden", sich vor Ort im KH der Chemo zu unterziehen, da man mehr machen könne, als die Onkologin tut.
Das wollte sie aber nicht.
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- Yushka
25 März 2026
MissJJ schrieb: Hallo Caro,
danke für Deine Meinung!
Ja, das sehe ich genau so. Leider ist meine Großmutter momentan in einer, wie soll ich es nennen, Trotzphase? Sie möchte keine stärkeren Schmerzmittel nehmen, sie möchte nicht ins Krankenhaus, sie möchte nicht, dass ich mit den Ärzten spreche.
Ich hoffe, dass sich das wieder gibt. Morgen hat sich erstmal die Hausärztin zum Hausbesuch angekündigt, ich hoffe, dass die etwas auf meine Oma einwirken kann.
In Behandlung ist sie in der nächstgrößeren Stadt (ca. 50 km vom Wohnort entfernt) bei einer Onkologin. Das ist diejenige, die gesagt hat, es müsse nichts gemacht werden. Die Internistin im Krankenhaus hatte bereits im Frühjahr versucht, meine Oma zu "überreden", sich vor Ort im KH der Chemo zu unterziehen, da man mehr machen könne, als die Onkologin tut.
Das wollte sie aber nicht.
Hallo JJ,
wenn Deine Großmutter eine weitere Behandlung ablehnt, könnte es ja sein, dass sie weiß, dass sie bald sterben wird. Ich nehme an, dass es sie viel Kraft kostet, das "Einwirken" von außen, Überredungsversuche und die vielen gut gemeinten Appelle auszuhalten. Wichtig wird für sie sein zu wissen bzw. verstehen, dass man die Schmerzen lindern kann, wenn sie das will.
Inwieweit Deine Großmutter noch klar genug ist, um schwerwiegende Entscheidungen zu treffen, kann vielleicht die Hausärztin beurteilen, wenn sie sie schon länger kennt. Ich gehe davon aus, dass die ihr aktuell etwas gegen Schmerzen gibt. Unter Schmerzen sind die meisten Menschen schwer erreichbar für Vorschläge. Vielleicht gelingt es ihr oder der Ärztin herauszufinden, welche Ängste Deine Großmutter veranlassen, sich so "störrisch" zu verhalten.
Mein Rat: Stell sicher, dass sie jederzeit Zugang zu schmerzlindernden Medikamenten hat oder Hilfe rufen kann und respektiere ihre Wünsche. Vielleicht kann die Ärztin jetzt regelmäßig nach ihr sehen. Buchtipp: Borasio: "Über das Sterben".
Ich wünsche Dir viel Kraft, denn ich weiß, wie schwer es als Angehörige ist, das Leiden eines geliebten Menschen mitanzusehen.
Yushka.
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