Austherapiert? wurde erstellt von EdithW
27 März 2015 16:57
- EdithW
0 Beiträge seit
24 März 2026
24 März 2026
Hallo, ich hab mich hier lange nicht gemeldet, weil es meinem Mann mit Imnovid sehr gut ging und wir die Krankheit fast ein wenig vergessen konnten. Seit ein paar Monaten, lese ich aber wieder viel mit und heute brauche ich einen Rat. Seit November wird Fredi mit Bendamustin behandelt. Wir waren heute zur Blutabnahme. Fredi wollte später nicht mit zum Arztgespräch(hab ihn gleich wieder heimfahren müssen) und ich hab das ertse Mal alleine mit dem Arzt gesprochen und das Gespräch war sehr offen. Fredi ist im Prinzip austherapiert. Die Immunmodulatoren und Bortezomib wirken nicht mehr. Die Blutwerte sind zu schlecht für weiteres Bendamustin. Jetzt bleibt laut Onkologe nur noch Endoxan, da dies auch bei schlechten Werten gegeben werden kann. Aber mit Risiko, da es die Blutwerte weiter verschlechtern kann.
Fredi braucht jetzt schon alle 10 Tage mehrere Blutkonserven und bald wohl auch Thrombozyten(Hb unter 8, Thrombo unter 20000).
Auf die Frage, ob er sich durch Endoxan ernsthat eine Verbesserung erhofft, hat der Onkologe geantwortet, dass es momentan die einzige Möglichkeit ist einen "Therapiewunsch des Patienten" zu erfüllen.
Wir können also entscheiden, ob wir akzeptieren, dass die Medizin in unserem Fall am Ende ist, oder bis zum Schluss einen Kampf weiter kämpfen, der eigentlich schon verloren ist.
Es gibt ja hier im Forum Angehörige von Patienten, die jede weitere Therapie abgelehnt haben. Die Frage, ob es die richtige Entscheidung war kann man im Nachhinein vielleicht einfacher beantworten.
Als ich meinem Mann (wir haben vor 3 Wochen geheiratet - war ein sehr schöner Tag- und im Nachhinein die richtige Entscheidung) von dem Gespräch mit dem Arzt erzählt habe, war er regelrecht erleichtert, dass er vielleicht nie wieder zur Therapie muss und den Rest seiner Zeit in Ruhe und Frieden zuhause verbringen kann. Das ist meine nächste Frage. Kann ein Hausarzt die letzte Phase eines Krebspatienten mit Hausbesuchen betreuen? Am Montag werde ich gleich dorthingehen. Es gibt hier leider keinen Hospiz.
Es ist leider ein sehr ernstes Thema, aber keines das man einfach ignorieren kann. Und hier ist der einzige Ort an dem ich offen darüber schreiben kann. Vielen Dank für Eure Hilfe. Edith
Fredi braucht jetzt schon alle 10 Tage mehrere Blutkonserven und bald wohl auch Thrombozyten(Hb unter 8, Thrombo unter 20000).
Auf die Frage, ob er sich durch Endoxan ernsthat eine Verbesserung erhofft, hat der Onkologe geantwortet, dass es momentan die einzige Möglichkeit ist einen "Therapiewunsch des Patienten" zu erfüllen.
Wir können also entscheiden, ob wir akzeptieren, dass die Medizin in unserem Fall am Ende ist, oder bis zum Schluss einen Kampf weiter kämpfen, der eigentlich schon verloren ist.
Es gibt ja hier im Forum Angehörige von Patienten, die jede weitere Therapie abgelehnt haben. Die Frage, ob es die richtige Entscheidung war kann man im Nachhinein vielleicht einfacher beantworten.
Als ich meinem Mann (wir haben vor 3 Wochen geheiratet - war ein sehr schöner Tag- und im Nachhinein die richtige Entscheidung) von dem Gespräch mit dem Arzt erzählt habe, war er regelrecht erleichtert, dass er vielleicht nie wieder zur Therapie muss und den Rest seiner Zeit in Ruhe und Frieden zuhause verbringen kann. Das ist meine nächste Frage. Kann ein Hausarzt die letzte Phase eines Krebspatienten mit Hausbesuchen betreuen? Am Montag werde ich gleich dorthingehen. Es gibt hier leider keinen Hospiz.
Es ist leider ein sehr ernstes Thema, aber keines das man einfach ignorieren kann. Und hier ist der einzige Ort an dem ich offen darüber schreiben kann. Vielen Dank für Eure Hilfe. Edith
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christine antwortete auf Austherapiert?
27 März 2015 17:44
- christine
0 Beiträge seit
24 März 2026
24 März 2026
Liebe Edith,
Es ist immer schlimm, so eine direkte Frage zu lesen:cry:. Natürlich kann ich das aus der Ferne nicht wirklich beurteilen, aber mir fallen spontan schon noch weitere Medikamente ein , so zb Krypolis , Endoxan mit einem Antikörper kombiniert ?! Aber es ist nicht sicher, ob Dein Mann das noch vertragen würde. Ich kann weder das noch die Verfügbarkeit beurteilen. Du könntest diesen, (deinen) Beitrag als Mail mit ein paar weiteren Daten (Alter usw) an Prof Einsele senden und hören, was der sagt! Dann hast du wirklich alles untersucht!
Brauchst du Hilfe mit der Anschrift und/ oder Form, schick mir eine PN!
Falls Dein Mann das Alles nicht mehr möchte, was bei der fortgeschrittenen Krankheit sehr traurig, aber auch verständlich ist, wünsche ich Euch viel Stärke.
Alles erdenklich Gute
Es ist immer schlimm, so eine direkte Frage zu lesen:cry:. Natürlich kann ich das aus der Ferne nicht wirklich beurteilen, aber mir fallen spontan schon noch weitere Medikamente ein , so zb Krypolis , Endoxan mit einem Antikörper kombiniert ?! Aber es ist nicht sicher, ob Dein Mann das noch vertragen würde. Ich kann weder das noch die Verfügbarkeit beurteilen. Du könntest diesen, (deinen) Beitrag als Mail mit ein paar weiteren Daten (Alter usw) an Prof Einsele senden und hören, was der sagt! Dann hast du wirklich alles untersucht!
Brauchst du Hilfe mit der Anschrift und/ oder Form, schick mir eine PN!
Falls Dein Mann das Alles nicht mehr möchte, was bei der fortgeschrittenen Krankheit sehr traurig, aber auch verständlich ist, wünsche ich Euch viel Stärke.
Alles erdenklich Gute
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gast antwortete auf Austherapiert?
27 März 2015 19:08
- gast
0 Beiträge seit
24 März 2026
24 März 2026
EdithW schrieb: Kann ein Hausarzt die letzte Phase eines Krebspatienten mit Hausbesuchen betreuen? Am Montag werde ich gleich dorthingehen. Es gibt hier leider keinen Hospiz.
Liebe Edith,
meine Schwester wurde in ihren letzten Tagen medizinisch zuhause von einem ambulanten SAPV-Team betreut.
de.wikipedia.org/wiki/Spezialisierte_amb..._Palliativversorgung
Da war ein auf Palliativmedizin spezialisierter Arzt dabei, der auch eine Hausarztpraxis hatte. Er war aber nicht ihr Hausarzt. Euer Hausarzt sollte sich also sehr gut mit palliativen Maßnahmen auskennen. Meine Schwester hatte einen speziellen Vertrag mit diesem Team, es war nicht automatisch in der normalen Versorgung enthalten. Dieses Team war rund um die Uhr im Prinzip erreichbar, wenn auch mal nachts eine Krise war.
Vielleicht informierst Du Dich, ob es so etwas bei Euch in der Region gibt. Wir waren damit sehr zufrieden.
Liebe Grüße und viel Stärke
Karina
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gast antwortete auf Austherapiert?
27 März 2015 20:20
- gast
0 Beiträge seit
24 März 2026
24 März 2026
Liebe Edith,
gerade habe ich in Dein Profil geschaut und gesehen, dass Ihr in Österreich seid - da habe ich natürlich keine Ahnung wie das dort mit einer ambulanten palliativen Versorgung geht.
Meine Schwester war, bevor sie nach hause kam, auf einer (deutschen) Palliativstation gewesen. Die Sozialberaterin dort hatte die ambulante Versorgung (also den Vertrag mit dem SAPV-Team) in die Wege geleitet.
Liebe Grüße
Karina
gerade habe ich in Dein Profil geschaut und gesehen, dass Ihr in Österreich seid - da habe ich natürlich keine Ahnung wie das dort mit einer ambulanten palliativen Versorgung geht.
Meine Schwester war, bevor sie nach hause kam, auf einer (deutschen) Palliativstation gewesen. Die Sozialberaterin dort hatte die ambulante Versorgung (also den Vertrag mit dem SAPV-Team) in die Wege geleitet.
Liebe Grüße
Karina
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Margret antwortete auf Austherapiert?
27 März 2015 20:27
- Margret
0 Beiträge seit
24 März 2026
24 März 2026
Liebe Edith,
deine Fragen gehen mir unter die Haut, wie Du Dir vorstellen kannst...wir haben fast genau vor 5 Jahren vor der gleichen Entscheidung gestanden...
Ich kenne
- die widerstreitenden Gefühle,
- das "stark sein müssen", obwohl man am liebsten...
- die gut gemeinten Ratschläge der anderen, die einem aber nichts nützen,
- die "ihr müsst kämpfen"-Parolen, wo es längst nichts mehr zu kämpfen gibt,
- die verzweifelten Versuche, uns mit "ich habe gelesen, Himbeeren sind gut gegen Krebs, kauf ihm doch mal welche" aufzumuntern,
- die Ärzte, die vor sich selbst nicht zugeben wollen, dass sie verloren haben und immer noch irgendeine Pille und irgendeine Spritze hervorholen...
kurzum: Das volle Programm.
Und ich kenne den Menschen, der nach langen Jahren der Behandlung, des Hoffens und Bangens, Kämpfens und immer wieder Aufstehens am Ende seiner Kraft angekommen ist und sich Ruhe wünscht und vielleicht noch ein paar gute Tage, einen Abschied in Würde und innerer Gelassenheit, geborgen, gut versorgt, liebevoll begleitet, schmerzfrei...
Entscheiden kann und darf nur der Patient. Und es ist erstaunlich, wie viel innere Ruhe und Zufriedenheit einkehrt, wenn man das ständige Kämpfen (los)lassen und sich einfach fallenlassen kann und darf.
Eine Palliativstation oder ein Hospiz wären eine sehr gute Wahl. Je nach dem Zustand des Patienten, dem Pflegebedarf (Dusche, Toilette etc.), nach Euren Wohngegebenheiten und nach dem Umfang Deiner Kraft und Deiner zeitlichen Möglichkeiten kann Dein Mann auch zuhause versorgt werden. Ein ambulanter Palliativdienst ist gegenüber dem Hausarzt die bessere Wahl. Achte bitte besonders auf eine gute und wirklich ausreichende(!) Schmerztherapie (das muss man manchmal mit Nachdruck einfordern) und darauf, dass du immer einen kleinen Rest Kraft für Dich selbst behältst. Du wirst sie noch brauchen. Nimm jede Hilfe an, zögere nicht. Lass Dir von Familie und Freunden helfen, du musst nicht alles allein machen. Jemand der mal einkauft, jemand der mal bügelt - nimm es an, alles hilft. Um so mehr Zeit hast du für Euch und Eure letzte gemeinsame Zeit, das ist eine nicht wiederholbare Phase. Redet miteinander, schweigt zusammen, lacht, weint - alles ist erlaubt. Das alles wird Dich sehr trösten, wenn Du dann Abschied nehmen musst.
Darf ich Dich mal umarmen? Ich wünsche Dir von Herzen viel Kraft und Mut. Du bist hier mit Deinen Fragen und Sorgen immer willkommen.
Vielleicht magst Du etwas zum Thema lesen: www.krebsgesellschaft.de/onko-internetpo...hied-und-trauer.html
Herzliche Grüße,
Margret
deine Fragen gehen mir unter die Haut, wie Du Dir vorstellen kannst...wir haben fast genau vor 5 Jahren vor der gleichen Entscheidung gestanden...
Ich kenne
- die widerstreitenden Gefühle,
- das "stark sein müssen", obwohl man am liebsten...
- die gut gemeinten Ratschläge der anderen, die einem aber nichts nützen,
- die "ihr müsst kämpfen"-Parolen, wo es längst nichts mehr zu kämpfen gibt,
- die verzweifelten Versuche, uns mit "ich habe gelesen, Himbeeren sind gut gegen Krebs, kauf ihm doch mal welche" aufzumuntern,
- die Ärzte, die vor sich selbst nicht zugeben wollen, dass sie verloren haben und immer noch irgendeine Pille und irgendeine Spritze hervorholen...
kurzum: Das volle Programm.
Und ich kenne den Menschen, der nach langen Jahren der Behandlung, des Hoffens und Bangens, Kämpfens und immer wieder Aufstehens am Ende seiner Kraft angekommen ist und sich Ruhe wünscht und vielleicht noch ein paar gute Tage, einen Abschied in Würde und innerer Gelassenheit, geborgen, gut versorgt, liebevoll begleitet, schmerzfrei...
Entscheiden kann und darf nur der Patient. Und es ist erstaunlich, wie viel innere Ruhe und Zufriedenheit einkehrt, wenn man das ständige Kämpfen (los)lassen und sich einfach fallenlassen kann und darf.
Eine Palliativstation oder ein Hospiz wären eine sehr gute Wahl. Je nach dem Zustand des Patienten, dem Pflegebedarf (Dusche, Toilette etc.), nach Euren Wohngegebenheiten und nach dem Umfang Deiner Kraft und Deiner zeitlichen Möglichkeiten kann Dein Mann auch zuhause versorgt werden. Ein ambulanter Palliativdienst ist gegenüber dem Hausarzt die bessere Wahl. Achte bitte besonders auf eine gute und wirklich ausreichende(!) Schmerztherapie (das muss man manchmal mit Nachdruck einfordern) und darauf, dass du immer einen kleinen Rest Kraft für Dich selbst behältst. Du wirst sie noch brauchen. Nimm jede Hilfe an, zögere nicht. Lass Dir von Familie und Freunden helfen, du musst nicht alles allein machen. Jemand der mal einkauft, jemand der mal bügelt - nimm es an, alles hilft. Um so mehr Zeit hast du für Euch und Eure letzte gemeinsame Zeit, das ist eine nicht wiederholbare Phase. Redet miteinander, schweigt zusammen, lacht, weint - alles ist erlaubt. Das alles wird Dich sehr trösten, wenn Du dann Abschied nehmen musst.
Darf ich Dich mal umarmen? Ich wünsche Dir von Herzen viel Kraft und Mut. Du bist hier mit Deinen Fragen und Sorgen immer willkommen.
Vielleicht magst Du etwas zum Thema lesen: www.krebsgesellschaft.de/onko-internetpo...hied-und-trauer.html
Herzliche Grüße,
Margret
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
joseph antwortete auf Austherapiert?
27 März 2015 21:54
- joseph
0 Beiträge seit
24 März 2026
24 März 2026
Hallo Edith
Ihr findet zusammen die richtige Lösung, da können und dürfen wir uns nicht einmischen
Schön find ich, dass ihr noch geheiratet habt, geniesst die restliche Zeit
Lasst euch umarmen
Joseph
Ihr findet zusammen die richtige Lösung, da können und dürfen wir uns nicht einmischen
Schön find ich, dass ihr noch geheiratet habt, geniesst die restliche Zeit
Lasst euch umarmen
Joseph
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