AMMonline

     

Margret antwortete auf Etwas zum Lesen und nachdenken
31 März 2015 14:48
  • Margret
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    24 März 2026
AngelaR,

vielleicht wollen andere ja gar keine Leichtigkeit? Oder verstehen darunter etwas anderes, als du? Oder haben eine andere Biografie?

Mich hat die schmerzhafte Erfahrung von Diagnose, Krankheit und Tod von der naiven Unschuldsvermutung "Uns passiert sowas nicht!" befreit. Diese Form der oberflächlichen Leichtigkeit habe ich verloren. Gut so.

Ich habe eine andere Leichtigkeit hinzugewonnen: Die im Umgang mit dem Gedanken an den eigenen Tod und die mit der Frage, ob ich mich behandeln lassen würde, wenn...

Und ich habe eine andere Dimension hinzugewonnen:
1.) Das Leid anderer. Ich kann heute mit anderen Menschen besser mitfühlen und
2.) habe ich eine neue Tiefe des Bewusstseins für den Wert des Lebens gewonnen. Was früher selbstverständlich war, ist heute ein Geschenk und Grund zur Dankbarkeit.

Ich hätte auf die Erfahrung nur zu gern verzichtet. Aber da ich sie schon mal machen musste und nicht weglaufen konnte, möchte ich doch trotz des Schmerzes auch etwas Gutes daraus mitgenommen haben.




Bucher antwortete auf Etwas zum Lesen und nachdenken
31 März 2015 15:27
  • Bucher
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    24 März 2026
Ich habe diese Krankheit nun schon 9 Jahre und bin seit einigen Jahren in Heidelberg in sehr guter positiver Betreuung. Zur Leichtigkeit möchte ich sagen, ich war immer ein fröhlicher, positiver Mensch. Diese Fröhlichkeit habe ich leider verloren. Ich kann mich leider nicht mehr so richtig freuen. Das Einzige was mich immer wieder sehr aufmuntert sind meine Enkel. Vielleicht kommt es auch deshalb, da ich durch die Krankheit sehr viele körperliche Beschwerden habe, Knochenschmerzen etc.
:):):lol:
Ich würde so gerne wieder einmal richtig munter sein und lachen. Ich bin jetzt keine trübe Tasse, aber irgendwie ist mir alles nette verloren gegangen. Aber weiter geht's. Trübsal blasen hilft nichts.
Liebe Grüße an das durchaus immer wieder sehr positive Forum.
Eure
Renate

christine antwortete auf Etwas zum Lesen und nachdenken
31 März 2015 16:00
  • christine
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    24 März 2026
Liebe Renate! An dich hab ich tatsächlich gestern gedacht! Hab mich gefragt, wies dir wohl ginge:wink:
Ich kann mir das gut vorstellen - diese sch.... Knochenschmerzen! Hoffentlich hast du gute Medis, um das in den Ansätzen zu ersticken?!?! Und sparst nicht " wegen der Leber " oder so!

Wünsche frohe (!!!) Ostern mit den Enkeln


AngelaR antwortete auf Etwas zum Lesen und nachdenken
01 Apr. 2015 00:38
  • AngelaR
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    24 März 2026
Liebe Margret,
Genau diese Dimensionen, die Du als Angehöriger auch neu empfunden hast, meine ich mit Leichtigkeit. Ein tief empfundenes Glück, auf der Welt zu sein.
Vorher war es eine Selbstverständlichkeit, wenig hinterfragt, jeder Zeit weg zu werfen aus tiefster Verzweiflung alles falsch zu machen, nicht zu genügen, überfordert zu sein ect...
Jetzt ist jeder Tag ein wertvolles Geschenk. Und das macht mich glücklich. Selbst meine Kinder sind einen tollen Weg gegangen, obwohl ich immer dachte, nicht gut genug zu sein als Mutter, nicht genug gesorgt zu haben. Sie haben aus meinem Balanceakt und der sozialen Unsicherheit eine große Selbständigkeit und Kraft gewonnen.
Ich habe Niemanden, der mich begleitet, aber noch kann ich für Andere da sein und Freude verschenken.
Und wenn es soweit ist, werde ich mir wohl etwas einfallen lassen müssen, damit es schnell geht.
Den Schatz, den Du und Dein Partner hatten, den gibt es nicht allzuoft, bewahre ihn gut im Herzen.
Es ist etwas Besonderes. So empfinde ich es.
Wie gern würde ich die Liebe treffen.
Einen Partner, mit dem man alles besprechen kann, sich zärtlich umarmen und gegenseitig Kraft spenden, Raum lassen, und sich wieder annähern wie zwei Planeten auf ihren eigenen Umlaufbahnen....
Aber darf ich mich noch Jemandem antun, da schwingt doch die Trauer und der Verlust gleich mit? Aber andererseits, wem ist schon Unendlichkeit des Lebens mitgegeben, der Tod lauert an jeder Straßenecke.....
Auch eine schwierige Fragestellung......
Jedes Schicksal ist anders und Jeder empfindet anders.
Leichtigkeit ist nicht zu verwechseln mit Naivität und Oberflächlichkeit.
Dafür habe ich denn doch zu viel erlebt, was sehr an menschliche Grenzen geht. Sicherheit hat in meinem Leben bisher keinen Platz gehabt, wozu auch, sie existiert ja nicht und ist ein hohler Gaukel.

Insofern ja, Leichtigkeit des Seins, Glück, Sonne, Wind, Freunde, ein Berg im Blick, der täglich anders grüßt und manchmal keine Schmerzen, was will man mehr?
Alles Liebe Angela

joseph antwortete auf Etwas zum Lesen und nachdenken
01 Apr. 2015 09:12
  • joseph
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    24 März 2026

Bucher schrieb: Ich würde so gerne wieder einmal richtig munter sein und lachen.


Hallo Renate

9 Jahre, eigentlich hast du deinen Partner gut im Griff

Munter sein und lachen, ich habe mir nie abgewöhnt, das gehört einfach zu meinem Wesen, ich nehm auch jede Möglichkeit war, was mir sehr gut hilft meinen Partner in den Schatten zu stellen, auch wenns nur Stunden sind

Lachen gehört mit zur Therapie

Liebe Grüsse

Joseph

Bucher antwortete auf Etwas zum Lesen und nachdenken
07 Apr. 2015 12:34
  • Bucher
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    24 März 2026

joseph schrieb:

Bucher schrieb: Ich würde so gerne wieder einmal richtig munter sein und lachen.


Hallo Joseph,

natürlich kann ich froh sein nach 9 Jahren. Dass ist es auch nicht und ich müsste auch dankbar sein. Ich habe einen wundervollen Mann der mich sehr unterstützt, liebe Kinder die mir keine Sorgen machen und wundervolle 5 Enkel. Ich kann also - abgesehen von der Krankheit - zufrieden sein und trotzdem, ich habe mich verändert, ich bin von meinem Wesen her ganz anders geworden, gleichgültiger, manchmal ohne richtige Freude. Ich hab Sorgen. Jetzt werde ich am Sonntag 70, vielleicht liegt es auch am Alter. Ich fahre mit Mann und Kindern für 3 Tage nach Berlin. Das ist mein Geschenk.
Zur Freude, ich kann es auch nicht erklären ohne undankbar zu wirken, aber ich bin innerlich so leer.

Ich habe eine liebe private Nachricht bekommen mit viel Verständnis.

Versteht mich nicht falsch, natürlich bin ich froh, dass ich jetzt die 9 Jahre schon erreicht habe, am Anfang dachte ich, na ja 3 Jahre hast du noch.
Man ist so angespannt, von Ergebnis zu Ergebnis, geht die Therapie noch weiter oder muss was anderes versucht werden!? Bin auch leider durch die lädierte Wirbelsäule so geschrumpft (10 cm kleiner und ich war eh schon nicht die Größte) aber ihr werdet sagen, dass sind ja alles nur Äußerlichkeiten. Recht habt ihr, hilft mir aber auch nicht wirklich.

Ich schreibe nicht oft und danke Euch, dass ich meinen seelischen Müll jetzt einmal abladen konnte.

Bis bald
Eure Renate


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