Barmu antwortete auf Ärzte und Sterbehilfe
10 Juni 2015 12:56
- Barmu
0 Beiträge seit
24 März 2026
24 März 2026
Hallo Mira,
ich weiß nicht, ob dir bekannt ist, dass die Gehälter von Pastoren, Bischöfen etc. zum größten Teil vom Staat finanziert werden und dies war auch schon so, als die SPD mit den Grünen regiert hat. Genauso hat nach meiner Meinung bei einer exakten Trennung zwischen Kirche u. Staat der Relegionsunterricht in der Schule nichts zu suchen.
Also von einer echten Trennung Kirche/Staat sind wir in Deutschland gaaaaaaaanz weit entfernt.
Herzlichen Gruß von Bärbel
ich weiß nicht, ob dir bekannt ist, dass die Gehälter von Pastoren, Bischöfen etc. zum größten Teil vom Staat finanziert werden und dies war auch schon so, als die SPD mit den Grünen regiert hat. Genauso hat nach meiner Meinung bei einer exakten Trennung zwischen Kirche u. Staat der Relegionsunterricht in der Schule nichts zu suchen.
Also von einer echten Trennung Kirche/Staat sind wir in Deutschland gaaaaaaaanz weit entfernt.
Herzlichen Gruß von Bärbel
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Margret antwortete auf Ärzte und Sterbehilfe
10 Juni 2015 16:56
- Margret
0 Beiträge seit
24 März 2026
24 März 2026
1.) Zum Thema Staat und Kirche in Deutschland: Wir haben zwar einen säkulären Staat, aber keine laizistischen! Klammer zwischen Staat und Kirchen ist das Deutsche Staatskirchenrecht, eine historisch bedingte Besonderheit im Rechtswesen, die kaum jemand kennt. Wer sich für Details interessiert, kann dazu Mr. Google fragen. Das Ergebnis wird überraschen - es ist nämlich nicht so, dass die Kirchen durch die Kirchensteuer bezahlt werden...
2.) Zum Tema Sterbehilfe/Rechtssicherheit einer Patientenverfügung etc. :
Dazu las ich zufällig heute einen erschreckenden Artikel:
"Die Angst vor dem Sterben
Das Vertrauen, die Welt am Endes des Lebens in Würde und ohne Schmerzen verlassen zu können, ist bei vielen nicht mehr gegeben. Im Gegenteil: Sie haben Sorge, dass sie auf dem OP-Tisch landen, weil das Geld in die Kassen spült. Dass sie an Beatmungsapparate angeschlossen werden – als gute Einnahmequelle, obwohl es Zeit zu sterben ist. Am Leben erhalten, gegen den eigenen Willen, das ist verboten. Aber es ist Alltag.
Angehörige von Todkranken erleben es Tag für Tag, dass selbst der schriftlich festgehaltene Patientenwille in der Patientenverfügung nicht akzeptiert wird. Ärzte schaffen es noch viel zu oft, den Angehörigen ein überaus mulmiges Gefühl mitzugeben, nur weil die Verwandten den Sterbewillen des Patienten durchsetzen wollen.
Natürlich ist „Leben erhalten“ das ärztliche Prinzip. Aber die Frage ist auch: Wie ist die Lebensqualität nach einer Operation? Das fragen sich Ärzte oft nicht. Anscheinend auch, weil die Therapie von Todkranken Geld bringt. Aber auch, weil Ärzte es nicht anders gelernt haben. So lange nicht in jedem Krankenhaus ein Palliativteam arbeitet, das den Willen des Sterbenden als oberstes Gebot sieht, werden Patienten und Angehörige weiterhin verzweifeln. Dass die meisten Menschen zwar keine Angst vor dem Tod, dafür aber vor dem Sterben haben, ist so traurig wie logisch."
Quelle:
www.derwesten.de/politik/die-angst-vor-d...1.html#plx1317805962
Anmerkung von mir: Nach meiner Erfahrung ist es oft so, dass der Sterbende schmerzfrei, gut versorgt und behütet in Frieden gehen will, die Angehörigen aber - unfähig mit dem nahenden Ende umzugehen - allen denkbaren ärztlichen Vorschlägen weiterer Beahndungen etc. zustimmen, die den unausweichlichen Tod zwar etwas verzögern, dem Patienten aber statt Lebensqualität nur Qualen und Belastungen bringen.
Ein Thema mit vielen Facetten...
2.) Zum Tema Sterbehilfe/Rechtssicherheit einer Patientenverfügung etc. :
Dazu las ich zufällig heute einen erschreckenden Artikel:
"Die Angst vor dem Sterben
Das Vertrauen, die Welt am Endes des Lebens in Würde und ohne Schmerzen verlassen zu können, ist bei vielen nicht mehr gegeben. Im Gegenteil: Sie haben Sorge, dass sie auf dem OP-Tisch landen, weil das Geld in die Kassen spült. Dass sie an Beatmungsapparate angeschlossen werden – als gute Einnahmequelle, obwohl es Zeit zu sterben ist. Am Leben erhalten, gegen den eigenen Willen, das ist verboten. Aber es ist Alltag.
Angehörige von Todkranken erleben es Tag für Tag, dass selbst der schriftlich festgehaltene Patientenwille in der Patientenverfügung nicht akzeptiert wird. Ärzte schaffen es noch viel zu oft, den Angehörigen ein überaus mulmiges Gefühl mitzugeben, nur weil die Verwandten den Sterbewillen des Patienten durchsetzen wollen.
Natürlich ist „Leben erhalten“ das ärztliche Prinzip. Aber die Frage ist auch: Wie ist die Lebensqualität nach einer Operation? Das fragen sich Ärzte oft nicht. Anscheinend auch, weil die Therapie von Todkranken Geld bringt. Aber auch, weil Ärzte es nicht anders gelernt haben. So lange nicht in jedem Krankenhaus ein Palliativteam arbeitet, das den Willen des Sterbenden als oberstes Gebot sieht, werden Patienten und Angehörige weiterhin verzweifeln. Dass die meisten Menschen zwar keine Angst vor dem Tod, dafür aber vor dem Sterben haben, ist so traurig wie logisch."
Quelle:
www.derwesten.de/politik/die-angst-vor-d...1.html#plx1317805962
Anmerkung von mir: Nach meiner Erfahrung ist es oft so, dass der Sterbende schmerzfrei, gut versorgt und behütet in Frieden gehen will, die Angehörigen aber - unfähig mit dem nahenden Ende umzugehen - allen denkbaren ärztlichen Vorschlägen weiterer Beahndungen etc. zustimmen, die den unausweichlichen Tod zwar etwas verzögern, dem Patienten aber statt Lebensqualität nur Qualen und Belastungen bringen.
Ein Thema mit vielen Facetten...
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AngelaR antwortete auf Ärzte und Sterbehilfe
10 Juni 2015 17:45
- AngelaR
0 Beiträge seit
24 März 2026
24 März 2026
Liebe Margret,
Du sprichst mir aus der Seele.
Es gibt aber leider auch in den Hospizen die Gegenteile, wie gerade letztens bei einer Freundin, die 14 Tage lang schon ohne Essen und Trinken nicht sterben konnte und sich sehr gequält hat, bis hin zu offenem Leib. Ihr Mann ist Arzt und hat sich mit den Ärzten im Hospiz angelegt. Unter den vielen Zeugen und vor der Familie hat er sich nicht getraut, ihr zu helfen, obwohl sie es sich versprochen hatten....
Erst als dann eine andere Ärztin Dienst hatte, wurde die Sterbende angemessen sediert....( sie war 62)
Da gibt es noch eine große Grauzone mit der Gewinnmaximierung und die Angst vor dem Sterben bleibt.
Ich umarme Dich, und hoffe, es geht Dir gut
Alles Liebe von Angela
Du sprichst mir aus der Seele.
Es gibt aber leider auch in den Hospizen die Gegenteile, wie gerade letztens bei einer Freundin, die 14 Tage lang schon ohne Essen und Trinken nicht sterben konnte und sich sehr gequält hat, bis hin zu offenem Leib. Ihr Mann ist Arzt und hat sich mit den Ärzten im Hospiz angelegt. Unter den vielen Zeugen und vor der Familie hat er sich nicht getraut, ihr zu helfen, obwohl sie es sich versprochen hatten....
Erst als dann eine andere Ärztin Dienst hatte, wurde die Sterbende angemessen sediert....( sie war 62)
Da gibt es noch eine große Grauzone mit der Gewinnmaximierung und die Angst vor dem Sterben bleibt.
Ich umarme Dich, und hoffe, es geht Dir gut
Alles Liebe von Angela
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Katrin antwortete auf Ärzte und Sterbehilfe
12 Juni 2015 18:10
- Katrin
0 Beiträge seit
24 März 2026
24 März 2026
schönen Freitag Abend euch allen,
das Thema sterben -und vor allem das WIE-beschäftigt mich ebenfalls seit geraumer zeit.
Mein Vater sagte einmal zu mir, dass ich mir gar nicht vorstellen könne, wie sehr man am eigenen Leben hängt. Das tat mein Vater auch. Selbst in Momenten in denen er Schmerzen hatte und Qualen erlitt, glaubte er immer daran, dass es wieder besser werden würde.
Andere meinten, dass er tief in seinem Inneren wusste, dass ihm nicht mehr lange Zeit zum Leben bleiben würde,....ich glaube das aus unterschiedlichsten Gründen definitiv nicht. Er wollte leben- er empfand sein leben trotz Qualen und schmerzen als lebenswert.
Diese Erfahrung war Grund für mich, meine Einstellung bezüglich Patientenverfügung, Vollsorgevollmacht und Vertretungsrecht naher Angehöriger neu zu überdenken und sohin zu dem inneren Entschluss zu kommen, Sterbehilfe in kleinster Weise zu befürworten.
von der Sterbehilfe abzugrenzen ist mE der Fall der lebensverlängernden Maßnahmen.
das Thema sterben -und vor allem das WIE-beschäftigt mich ebenfalls seit geraumer zeit.
Mein Vater sagte einmal zu mir, dass ich mir gar nicht vorstellen könne, wie sehr man am eigenen Leben hängt. Das tat mein Vater auch. Selbst in Momenten in denen er Schmerzen hatte und Qualen erlitt, glaubte er immer daran, dass es wieder besser werden würde.
Andere meinten, dass er tief in seinem Inneren wusste, dass ihm nicht mehr lange Zeit zum Leben bleiben würde,....ich glaube das aus unterschiedlichsten Gründen definitiv nicht. Er wollte leben- er empfand sein leben trotz Qualen und schmerzen als lebenswert.
Diese Erfahrung war Grund für mich, meine Einstellung bezüglich Patientenverfügung, Vollsorgevollmacht und Vertretungsrecht naher Angehöriger neu zu überdenken und sohin zu dem inneren Entschluss zu kommen, Sterbehilfe in kleinster Weise zu befürworten.
von der Sterbehilfe abzugrenzen ist mE der Fall der lebensverlängernden Maßnahmen.
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Mira antwortete auf Ärzte und Sterbehilfe
12 Juni 2015 19:41
- Mira
419 Beiträge seit
03 Februar 2014
03 Februar 2014
Hallo Katrin,
eine Patientenverfügung/Vorsorgevollmacht soll ja die Angehörige entlasten und zieht ja nur wenn der Patient nicht mehr in der Lage selber zu entscheiden. Sonst müssen die Angehörigen eine Entscheidung für den Patient treffen ohne zu wissen ob er dies nun will oder nicht.
Niemanden wird gezwungen Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen, wer dies bewusst nicht macht verdient Respekt. Wer Sterbehilfe in Anspruch nehmen will genauso und die Angehörigen dürften i.d.R. damit mehr Probleme haben als im ersten Fall. Trotzdem: es ist der Patient selber der diese Entscheidung treffen soll. Eine Patientenverfügung stellt den Willen des Patienten selber da, auch diese ist zu respektieren. Eine Patientenverfügung ist übrigens jederzeit -gar mündlich den Arzt gegenüber- widerrufbar. Es sei denn man ist dazu gar nicht mehr in der Lage.
Dazu folgende Geschichte die mich bis heute noch bewegt: Bei mir lag eine Frau auf dem Zimmer die weitere Behandlungen abgelehnt hat -keine Sterbehilfe- sondern keine Chemo mehr und einen Platz im Hospiz. Es haben sich da Dramen abgespielt: die Kinder wollten das partout nicht aktzeptieren, haben gebettelt und geweint von wegen "solange noch Leben da ist , ist Hoffnung". Am Ende gab es dann Streit und trotzdem keine weitere Behandlung mehr. Die Mutter hat sich durchgesetzt, die Kinder waren sauer, vor allem auch weil eine Patientenverfügung vorlag und die somit die Entscheidung der Mutter (73) auch später gar nicht widerrufen konnten. Die haben alles versucht, sind dann letztendlich auch nicht mehr gekommen! Ich hoffe die haben sich noch rechtzeitig mit der Mutter versöhnt.
LG
Mira
eine Patientenverfügung/Vorsorgevollmacht soll ja die Angehörige entlasten und zieht ja nur wenn der Patient nicht mehr in der Lage selber zu entscheiden. Sonst müssen die Angehörigen eine Entscheidung für den Patient treffen ohne zu wissen ob er dies nun will oder nicht.
Niemanden wird gezwungen Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen, wer dies bewusst nicht macht verdient Respekt. Wer Sterbehilfe in Anspruch nehmen will genauso und die Angehörigen dürften i.d.R. damit mehr Probleme haben als im ersten Fall. Trotzdem: es ist der Patient selber der diese Entscheidung treffen soll. Eine Patientenverfügung stellt den Willen des Patienten selber da, auch diese ist zu respektieren. Eine Patientenverfügung ist übrigens jederzeit -gar mündlich den Arzt gegenüber- widerrufbar. Es sei denn man ist dazu gar nicht mehr in der Lage.
Dazu folgende Geschichte die mich bis heute noch bewegt: Bei mir lag eine Frau auf dem Zimmer die weitere Behandlungen abgelehnt hat -keine Sterbehilfe- sondern keine Chemo mehr und einen Platz im Hospiz. Es haben sich da Dramen abgespielt: die Kinder wollten das partout nicht aktzeptieren, haben gebettelt und geweint von wegen "solange noch Leben da ist , ist Hoffnung". Am Ende gab es dann Streit und trotzdem keine weitere Behandlung mehr. Die Mutter hat sich durchgesetzt, die Kinder waren sauer, vor allem auch weil eine Patientenverfügung vorlag und die somit die Entscheidung der Mutter (73) auch später gar nicht widerrufen konnten. Die haben alles versucht, sind dann letztendlich auch nicht mehr gekommen! Ich hoffe die haben sich noch rechtzeitig mit der Mutter versöhnt.
LG
Mira
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christine antwortete auf Ärzte und Sterbehilfe
13 Juni 2015 13:05
- christine
0 Beiträge seit
24 März 2026
24 März 2026
Zwei kleine Geschichten zum Thema:
1. Im Freundeskreis von meiner Schwiegermutter verstarb neulich innerhalb kurzer Zeit ein 80 jähriger bis dahin scheinbar sehr rüstiger Typ. Grund: Er wurde dialysepfichtig und hatte darauf keine Lust. Ich bin nachhaltig verwundert, bewundere diese Einstellung im Grunde auch, obwohl ich wohl selber (im Moment) schon zur Dialyse gehen würde.
2. Ich sah mit meiner Tochter einen Bericht über junge Erwachsene im Wachkoma und fragte sie, was Ihr denn in so einem Fall wolle. Antwort: Am Leben gehalten werden, solange irgendeine Hoffnung besteht, wieder aufzuwachsen. Mein Mann würde das nicht wollen - bei ihm soll schnellst möglich abgestellt werden und bei mir nach 4 Wochen.
Letzten Endes sollte man also eine Verfügung haben, der gefolgt werden muss - sowohl von den Ärzten wie von Angehörigen.
Also JA zur Sterbehilfe, JA zur bestmöglichen, letzten Versorgung in den Hospizen oder Zuhause, Wahlfreiheit .
Die unvermeidliche Grauzone, wenn keine Verfügung vorliegt, akzeptieren - man kann eben nicht alles regulieren.
1. Im Freundeskreis von meiner Schwiegermutter verstarb neulich innerhalb kurzer Zeit ein 80 jähriger bis dahin scheinbar sehr rüstiger Typ. Grund: Er wurde dialysepfichtig und hatte darauf keine Lust. Ich bin nachhaltig verwundert, bewundere diese Einstellung im Grunde auch, obwohl ich wohl selber (im Moment) schon zur Dialyse gehen würde.
2. Ich sah mit meiner Tochter einen Bericht über junge Erwachsene im Wachkoma und fragte sie, was Ihr denn in so einem Fall wolle. Antwort: Am Leben gehalten werden, solange irgendeine Hoffnung besteht, wieder aufzuwachsen. Mein Mann würde das nicht wollen - bei ihm soll schnellst möglich abgestellt werden und bei mir nach 4 Wochen.
Letzten Endes sollte man also eine Verfügung haben, der gefolgt werden muss - sowohl von den Ärzten wie von Angehörigen.
Also JA zur Sterbehilfe, JA zur bestmöglichen, letzten Versorgung in den Hospizen oder Zuhause, Wahlfreiheit .
Die unvermeidliche Grauzone, wenn keine Verfügung vorliegt, akzeptieren - man kann eben nicht alles regulieren.
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