AMMonline

     

09 Juni 2021 13:02
  • Waldemar
  • 0 Beiträge seit
    24 März 2026
Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Sterbehilfe bleiben weiterhin noch viele Fragen offen. Während die Sterbehilfevereine offenbar schon einigen Betroffenenen beim Suizid geholfen haben, sind die Rahmenbedingungen dafür weiter unklar. Einerseits hoffe ich, dass das Thema für mich vorläufig noch nicht aktuell ist, aber irgendwann möglicherweise schon. Hat jemand von euch zu diesem Thema noch mehr in Erfahrung gebracht?

09 Juni 2021 19:46
  • Maggie
  • 346 Beiträge seit
    01 April 2016
Hallo Waldemar, das Thema ist sehr interessant, ich hoffe es kommen noch Antworten. Wie das in der Praxis läuft weiß ich auch nicht. Die Mutter meiner Nachbarin hat letztes Jahr aufgehört zu essen weil sie nicht mehr leben wollte, das hat ein paar Wochen gedauert. Diese Entscheidung hat sie ganz bewusst getroffen und ihre Tochter hat auch nicht versucht sie umzustimmen. Das hat mich sehr bewegt.
Mich beschäftigt dieses Thema schon seit vielen Jahren. Ich bin der Meinung es ist unerträglich und unwürdig dass andere Menschen, ob mit kirchlichem Hintergrund oder warum auch immer meinen, dass nicht jeder Mensch frei entscheiden darf. Mich würde es sehr erleichtern, wenn ich wüsste, dass ich nicht mehr leben muss wenn ich es nicht mehr aushalte.
Dir Waldemar und allen anderen wünsche ich noch viele schöne und lebenswerte Tage.
Viele Grüße Maggie

10 Juni 2021 18:35
  • MAKI EIS
  • 135 Beiträge seit
    08 Juni 2019
Moin,

Bei uns im Norden gibt es die Hamburger Sterbehilfe.
Auf jedem Fall kann man hier alles über das in Deutschland geltende recht zur Sterbehilfe erfahren.
Einfach bei Google Hamburger Sterbehilfe eingeben und ihr kommt auf die entsprechenden Seiten .

Mir wurde 2016 nach den Stammzellen,
von einer verständnisvollen Krankenschwester, ein verschlossener Umschlag gegeben den ich erst öffnen soll wenn ich die Kontaktdaten von Ärzten haben möchte die bereit sind Sterbehilfe zu leisten. Noch, und hoffentlich ganz, ganz lange bleibt diese Umschlag verschlossen.

Ganz herzliche Grüße

Marlies

11 Juni 2021 00:13
  • Logopädin
  • 422 Beiträge seit
    06 Februar 2016
Hallo Waldemar,
rechtlich hat sich in Deutschland gar nichts geändert.
Das Urteil hat nur die aktuelle Gesetzgebung als fehlerhaft eingestuft.
Dann passierte lange einfach nichts und jetzt laufen ab und an mal
Aussprachen zur Neufassung im Bundestag.
Ob es schon einen Gesetzentwurf gibt, weiß ich momentan nicht.
Auf jeden Fall bleibt alles so lange wie gehabt, bis eine Gesetzesänderung da ist.
Liebe Grüße
Nicole

11 Juni 2021 12:52
  • UndineD.
  • 0 Beiträge seit
    24 März 2026
Das ist ein sehr sensibles Thema.
Was ich persönlich für sehr wichtig halte: Vorsorgen so lange man es selbst noch kann! Damit meine ich, sich mit der Thematik intensiv befassen (was nicht leicht fällt!), alles schriftlich niederlegen, was einem selbst wichtig ist: Patientenverfügung, Vorsorge- Vollmacht, Schweigepflichtsentbindung, Bestattungsverfügung- das sind die Dokus welche ich hinterlegt habe. Eine Mappe habe ich hier, die nehme ich auch mit auf Reisen u. ins KH. Kopie liegt bestenfalls beim Hausarzt, mit diesem sollte das Wesentliche auch mündlich besprochen sein. Jedenfalls müssen diese Papiere im Ernstfall sofort greifbar sein. Jedes Blatt einzeln unterschreiben!
All dies ist ja nur greifend, wenn man sich selbst nicht mehr äußern kann. Jeder Arzt ist erleichtert wenn das alles vorhanden ist. Auch für die Familie ist es eine Hilfe, sie weiß im Ernstfall: So wollte es die Mutter, da gibt es keine Diskussionen.
Wenn man das alles entsprechend geschrieben hat, verhindert man z.B. schon, lange künstlich am Leben gehalten bzw. durch Maschinen am Sterben gehindert zu werden.
Für mich war es beruhigend, als ich das erledigt hatte. Ich habe inzwischen für diverse Leute, Familie ec. diese Schreiben nach Wunsch verfasst. Im KH habe ich erlebt, dass knapp 90jährige nichts hinterlegt hatten "weil sie damit noch nicht gerechnet hatten". Die Ärzte wiesen darauf hin, dass sie den Patienten nun mit allen Möglichkeiten am Leben halten müssen. Besagter Patient ist zum Glück kurz darauf gestorben.Meine Mutter hat 10 Jahre im Wachkoma gelegen,künstlich ernährt. Das hat mich geprägt.
Wichtig ist auch genaue Angaben zu machen, präzise was man möchte u. was auf keinen Fall, am besten noch begründen.
Zum Thema Bestattung gehört auch die vorgesehene Bezahlung, Versicherungsnummer, wo wieviel hinterlegt ec. Adresslisten von Leuten die informiert werden sollen.
Das sind aus meiner Sicht Dinge welche man regeln KANN, eigentlich MÜSSTE.
Ob man auf Sterbehilfe angewiesen ist- wer kann das wissen?
Mir wäre wichtig, nicht unerträgliche Schmerzen zu haben.Es wird zwar immer behauptet- hauptsächlich von den Sterbehilfe- Gegnern- in D müsse niemand diese dulden, aber aus meiner Erfahrung kann man genau darauf nicht vertrauen. Dazu habe ich schon zuviel erlebt u. mit erlebt.
Vielleicht ist es einer der wenigen "Vorteile" unserer Krankheit, dass man sich rechtzeitig mit diesen Themen auseinandersetzt u. entsprechend vorsorgen kann- so weit es geht.
L.G.
Undine

15 Aug. 2023 22:38
  • Johannes1956
  • 205 Beiträge seit
    29 April 2023
Mich beschäftigt das Thema Sterben zunehmend. Eine genaue Patientenverfügung werde ich demnächst gemeinsam mit meinem Hausarzt anfertigen. Er macht Beratungsgesgesräche, in denen er sich Zeit nimmt. Eine Grabstelle in meinem Heimatort ist bereits besorgt und die Gestaltung in Auftrag gegeben. Auch die Finanzierung ist gesichert.

Aber wie stirbt man als MM Patient, wie qualvoll ist es und kann ich noch selbst entscheiden, mithilfe einer gesetzlich genehmigten Substanz aus dem Leben zu scheiden, was in Österreich zwar nun möglich, aber mit vielen Hürden verbunden ist.

Die Mähr, dass kein Patient Schmerzen leiden muss, stimmt einfach nicht. Ich hatte schon furchtbare Schmerzen, aber bei Buprenorphin bin ich bereits ausgestiegen, da die Übelkeit noch schlimmer war als die Schmerzen.

Wie wird es meine Familie akzeptieren, wenn ich freiwillig gehen will?

Als MM Patient habe ich zwar Zeit, über all das nachzudenken, aber das macht es nicht gerade einfacher..

Auch wenn ich derzeit ganz gut am Leben gehalten werde und ich eigentlich zufrieden sein muss, welche Fortschritte ich gemacht habe, gibt es Phasen, in denen ich mir denke, ist es noch Wert, mich durch all diese Therapien zu quälen. Aber ich habe ja noch die HD und Stammzellentransplantation mit der Hoffnung auf eine Remission vor mir und den Willen dazu, den Weg zu gehen.

Viele Fragen, die mich beschäftigen.

Johannes

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