An alle Angehörigen wurde erstellt von WalterB
16 Jan. 2011 17:20
- WalterB
0 Beiträge seit
25 März 2026
25 März 2026
Hallo meine Lieben,
Seit zwei Jahren erlebe ich, wie meine Frau mir zur Seite steht und
ihre ganze Kraft aufwendet, um mich zu stützen und zuhause alles
am Laufen zu halten, wenn ich mal wieder in der Klinik liege. Dabei
ist sie aber so selbstlos, dass sie nur noch für mich und unseren
Sohn lebt und sogar ihre eigene Gesundheit aufs Spiel setzt.
Für mich ist es aber sehr hart dabei zuzusehen, wie sie sich
aufarbeitet und keine Zeit und Kraft mehr für eigene Tätigkeiten hat.
Darum meine Bitte an unsere guten Engel:
Bitte denkt auch einmal an euch selber und traut euch einmal nein
zu sagen. Tut auch einmal etwas für euch! Auch wenn das jetzt
wieder egoistisch ist: Wir brauchen euch hoffentlich noch länger!
In Dankbarkeit, Euer Walter
Seit zwei Jahren erlebe ich, wie meine Frau mir zur Seite steht und
ihre ganze Kraft aufwendet, um mich zu stützen und zuhause alles
am Laufen zu halten, wenn ich mal wieder in der Klinik liege. Dabei
ist sie aber so selbstlos, dass sie nur noch für mich und unseren
Sohn lebt und sogar ihre eigene Gesundheit aufs Spiel setzt.
Für mich ist es aber sehr hart dabei zuzusehen, wie sie sich
aufarbeitet und keine Zeit und Kraft mehr für eigene Tätigkeiten hat.
Darum meine Bitte an unsere guten Engel:
Bitte denkt auch einmal an euch selber und traut euch einmal nein
zu sagen. Tut auch einmal etwas für euch! Auch wenn das jetzt
wieder egoistisch ist: Wir brauchen euch hoffentlich noch länger!
In Dankbarkeit, Euer Walter
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
lisa_kotschi antwortete auf An alle Angehörigen
24 Jan. 2011 12:14
- lisa_kotschi
-
1139 Beiträge seit
27 Oktober 2009
27 Oktober 2009
Liebe Walter,
Deine Würdigung der Anhörigen am Beispiel Deiner Frau hat mich sehr berührt und ich bin (als langjährige Angehörige) unendlich dankbar für Deine Worte.
Ich gebe Dir Recht, dass sich Angehörige häufig weit über ihre psychischen und physischen Grenzen hinaus darum kümmern, dem erkrankten Partner einerseits bestmöglich zu unterstützen und gleichzeitig versuchen, Familie und die Rahmenbedingungen "aufrecht" zu erhalten.
Trotz aller Schwierigkeiten habe ich selbst versucht, mir noch eine "Kraftquelle" einzuräumen, wo ich jenseits von Krankheit und täglichen Pflichten, Kraft und Freude tanken konnte.
Im Buch von Simonton "Wieder gesund werden" (z.T. veraltet und überholt) gibt es einen Abschnitt auch für Angehörige. Der hat mir sehr geholfen, viele Jahre meinen Mann zu begleiten, ohne selbst an Erschöpfung zu erkranken. Vielleicht wäre das ein Lesetipp für Dich und Deine Frau.
Darüber hinaus gibt es mittlerweile im Rahmen von Patientenveranstaltungen oder örtlichen MM-Selbsthilfegruppen Treffen und Austauschmöglichkeiten nur für Angehörige, bei denen man sich die Last von der Seele sprechen kann oder einfach nur die Erfahrung machen kann, dass man nicht allein ist. Falls eine MM-SHG in eurer Nähe ist, wäre das evtl. auch eine Möglichkeit.
Sei noch einmal herzlich gedankt für Deinen Beitrag
Lisa
Deine Würdigung der Anhörigen am Beispiel Deiner Frau hat mich sehr berührt und ich bin (als langjährige Angehörige) unendlich dankbar für Deine Worte.
Ich gebe Dir Recht, dass sich Angehörige häufig weit über ihre psychischen und physischen Grenzen hinaus darum kümmern, dem erkrankten Partner einerseits bestmöglich zu unterstützen und gleichzeitig versuchen, Familie und die Rahmenbedingungen "aufrecht" zu erhalten.
Trotz aller Schwierigkeiten habe ich selbst versucht, mir noch eine "Kraftquelle" einzuräumen, wo ich jenseits von Krankheit und täglichen Pflichten, Kraft und Freude tanken konnte.
Im Buch von Simonton "Wieder gesund werden" (z.T. veraltet und überholt) gibt es einen Abschnitt auch für Angehörige. Der hat mir sehr geholfen, viele Jahre meinen Mann zu begleiten, ohne selbst an Erschöpfung zu erkranken. Vielleicht wäre das ein Lesetipp für Dich und Deine Frau.
Darüber hinaus gibt es mittlerweile im Rahmen von Patientenveranstaltungen oder örtlichen MM-Selbsthilfegruppen Treffen und Austauschmöglichkeiten nur für Angehörige, bei denen man sich die Last von der Seele sprechen kann oder einfach nur die Erfahrung machen kann, dass man nicht allein ist. Falls eine MM-SHG in eurer Nähe ist, wäre das evtl. auch eine Möglichkeit.
Sei noch einmal herzlich gedankt für Deinen Beitrag
Lisa
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
joseph antwortete auf An alle Angehörigen
26 Jan. 2011 18:03
- joseph
0 Beiträge seit
25 März 2026
25 März 2026
Hallo Walter
Schöner kann man es nicht schreiben, wie man Dankbarkeit ausdrücken könnte und sollte
Seit 25 Jahren, um genau zu sein 12ten Februar, hab ich einen solchen Engel , der mir zu Seite steht, davon 6 Jahre mit mit meiner Erkrankung an MM, es wird viel von Ihnen abverlangt, ob körperlich oder seelig, Sie habens nicht einfach.
Das ist einer der Gründe, warum ich unsere Lebensqualität auf ein Maximum hoch schraube, um meine Frau zu entlasten, wir leben und geniessen, solange es mir finanziel und körperlich möglich ist.
Diese 25 Jahre bedeuten immerhin 50% meines Lebens, das schweisst zusammen und vieles wird als normal angesehen, was aber mit Sicherheit nicht so ist, das bemerkt man aber erst, wenn einer erkrankt.
MFG
Joseph
Schöner kann man es nicht schreiben, wie man Dankbarkeit ausdrücken könnte und sollte
Seit 25 Jahren, um genau zu sein 12ten Februar, hab ich einen solchen Engel , der mir zu Seite steht, davon 6 Jahre mit mit meiner Erkrankung an MM, es wird viel von Ihnen abverlangt, ob körperlich oder seelig, Sie habens nicht einfach.
Das ist einer der Gründe, warum ich unsere Lebensqualität auf ein Maximum hoch schraube, um meine Frau zu entlasten, wir leben und geniessen, solange es mir finanziel und körperlich möglich ist.
Diese 25 Jahre bedeuten immerhin 50% meines Lebens, das schweisst zusammen und vieles wird als normal angesehen, was aber mit Sicherheit nicht so ist, das bemerkt man aber erst, wenn einer erkrankt.
MFG
Joseph
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
TanjaB. antwortete auf An alle Angehörigen
01 Feb. 2011 08:16
- TanjaB.
0 Beiträge seit
25 März 2026
25 März 2026
Hallo Ihr LIeben,
vielleicht erinnert ihr euch an mich.
Mein Papa starb im Juli am Multiplen Myelom nach einem akuten Nierenversagen.
Mich hat dieser Beitrag für die Angehörigen sehr berührt.
Meine Mama, die 48 Jahre mit meinem Vater eine sehr glückliche und harmonische Ehe führte und meinen Vater 2 Jahre aufopferungsvoll pflegte, bekam nur 6 Wochen nach Papas Tod die Diagnose Mesotheliom.
Sie starb Weihnachten an den Folgen dieser schrecklichen Krankheit, nur 3 Monate nach der Diagnose mit 66 Jahren. Sie hatte keine Kraft mehr zum Kämpfen.
Ich habe innerhalb von knapp 6 Monaten beide Eltern verloren.
Sicherlich tröstet der Gedanke, dass sie nun wieder vereint sind ein wenig, aber ich hätte wenigstens meine Mama sehr gerne noch etwas länger bei mir gehabt. Vielleicht hätte sie noch etwas mehr Zeit gehabt, wenn die Kraft nicht schon so sehr aufgebraucht gewesen wäre. Sie hatte ständig nur Angst um meinen Vater, konnte die letzten Jahre mit ihm überhaupt nicht mehr genießen und hat dabei auch noch ihren eigenen Gesundheitszustand "übersehen".
Ich stimme also Walter zu. Seid hellhörig und hört auch ab und zu in euren eigenen Körper hinein.
Allerdings muss ich auch sagen, dass ich sehr froh bin, dass ich für meine beiden Eltern bis zum Ende alles gegeben habe. Teilweise bis zur völligen Erschöpfung, besonders jetzt bei meiner Mutter. Ich bin so froh, dass ich ihr helfen und für sie da sein konnte. Das erleichtert mich besonders jetzt in meiner Trauer sehr. Es lohnt sich wirklich, nicht nur für den Patienten, sondern auch für den Angehörigen.
Ich wünsche euch allen nur alles erdenklich Gute und schaue regelmäßig hier herein. Hoffentlich gibt es bald DAS Medikament für diese Sch.....-Krankheit.
Liebe Grüße
Tanja
vielleicht erinnert ihr euch an mich.
Mein Papa starb im Juli am Multiplen Myelom nach einem akuten Nierenversagen.
Mich hat dieser Beitrag für die Angehörigen sehr berührt.
Meine Mama, die 48 Jahre mit meinem Vater eine sehr glückliche und harmonische Ehe führte und meinen Vater 2 Jahre aufopferungsvoll pflegte, bekam nur 6 Wochen nach Papas Tod die Diagnose Mesotheliom.
Sie starb Weihnachten an den Folgen dieser schrecklichen Krankheit, nur 3 Monate nach der Diagnose mit 66 Jahren. Sie hatte keine Kraft mehr zum Kämpfen.
Ich habe innerhalb von knapp 6 Monaten beide Eltern verloren.
Sicherlich tröstet der Gedanke, dass sie nun wieder vereint sind ein wenig, aber ich hätte wenigstens meine Mama sehr gerne noch etwas länger bei mir gehabt. Vielleicht hätte sie noch etwas mehr Zeit gehabt, wenn die Kraft nicht schon so sehr aufgebraucht gewesen wäre. Sie hatte ständig nur Angst um meinen Vater, konnte die letzten Jahre mit ihm überhaupt nicht mehr genießen und hat dabei auch noch ihren eigenen Gesundheitszustand "übersehen".
Ich stimme also Walter zu. Seid hellhörig und hört auch ab und zu in euren eigenen Körper hinein.
Allerdings muss ich auch sagen, dass ich sehr froh bin, dass ich für meine beiden Eltern bis zum Ende alles gegeben habe. Teilweise bis zur völligen Erschöpfung, besonders jetzt bei meiner Mutter. Ich bin so froh, dass ich ihr helfen und für sie da sein konnte. Das erleichtert mich besonders jetzt in meiner Trauer sehr. Es lohnt sich wirklich, nicht nur für den Patienten, sondern auch für den Angehörigen.
Ich wünsche euch allen nur alles erdenklich Gute und schaue regelmäßig hier herein. Hoffentlich gibt es bald DAS Medikament für diese Sch.....-Krankheit.
Liebe Grüße
Tanja
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
leopoldi antwortete auf An alle Angehörigen
01 Feb. 2011 11:52
- leopoldi
-
1197 Beiträge seit
23 Oktober 2009
23 Oktober 2009
Liebe Tanja,
ich hab Deine Nachricht bereits heute morgen gelesen, aber mir fehlten einfach die Worte. Man mag nicht glauben, dass es immer noch schlimmer kommen kann und doch ist es so. Das macht betroffen und Angst ...
Das alles tut mir wirklich sehr leid.
LGe
Monika
ich hab Deine Nachricht bereits heute morgen gelesen, aber mir fehlten einfach die Worte. Man mag nicht glauben, dass es immer noch schlimmer kommen kann und doch ist es so. Das macht betroffen und Angst ...
Das alles tut mir wirklich sehr leid.
LGe
Monika
~ Wenn Du meinst auf der Schattenseite zu sein, denk dran - die Erde dreht sich ~
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
Caro antwortete auf An alle Angehörigen
01 Feb. 2011 14:03
- Caro
689 Beiträge seit
23 Oktober 2009
23 Oktober 2009
Liebe Tanja,
ich erinnere mich sehr gut an die MM-Geschichte deines Vaters, der so früh gehen musste. Nun auch noch deine Mutter - das mach auch mich sehr betroffen. Ich wünsche Dir viel Kraft und Stärke den Schmerz zu überwinden und hoffe, dass du nun Zeit und Ruhe findest, dich endlich auch mal wieder um dich selbst zu kümmern.
Du hast ja nun wirklich alles menschenmögliche für deine Eltern getan. Viele liebe Grüße
Caro
ich erinnere mich sehr gut an die MM-Geschichte deines Vaters, der so früh gehen musste. Nun auch noch deine Mutter - das mach auch mich sehr betroffen. Ich wünsche Dir viel Kraft und Stärke den Schmerz zu überwinden und hoffe, dass du nun Zeit und Ruhe findest, dich endlich auch mal wieder um dich selbst zu kümmern.
Du hast ja nun wirklich alles menschenmögliche für deine Eltern getan. Viele liebe Grüße
Caro
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
