AMMonline

     

Emi antwortete auf Berufswechsel nach Diagnose ?
23 Okt. 2016 23:48 - 23 Okt. 2016 23:50
  • Emi
  • 230 Beiträge seit
    17 Dezember 2015
Hallo Flusenkaiser,

ich bin "nur" Angehörige (Ehepartnerin) eines Patienten, trotzdem ein kurzes Feedback von meiner Seite:

Mein Mann hatte kurzfristig auch mit dem Gedanken eines Jobwechsels kurz nach der Diagnose gespielt. Da stand sogar Selbständigkeit im Raum. Ich bin zwar heute froh, dass das nicht so gekommen ist, denn davon wäre nicht nur er sondern wir (Familie, Kinder) auch davon betroffen gewesen. Aber damals hatte ich ihm gesagt, er solle das tun, was er jetzt für sich für richtig hält. Er hat damals mit einem Anwalt gesprochen (da ging es um Abfindung und neue Jobzuweisung intern) und v.a. bzgl. des Schwerbehindertengrades riet dieser ihm von der Annahme es neuen Jobs deutlich ab. Quasi unkündbar heute. Das Gspräch hat ihm überzeugt, auch wenn der Inhalt ihm schon vorher bekannt war. Vielleicht hilft ja auch Dir so eon Gespräch bei der Entscheidungsfindung.

Mir ist zwar wichtig, dass mein Mann und auch Ihr wisst, dass ich der Meinung bin, alles geht wenns sein muss. Nur das "muss" muss halt definiert sein. Wenn Du eine Familie im Hintergrund hast, Verpflichtungen hast, solltes du deren Belange vielleicht auch mit einbeziehen. Ich weiß als Teilzeit / Homeoffice MA sehr gut, wie dumm es sein kann, seine Potenziale im Job nicht völlig entfalten zu können und dann noch gehaltsmäßg nicht entsprechend dabei zu sein. Wer alleine ist / nur für sich verantwortlich ist, und darin seine Erfüllung findet, dem sei ein Wechsel mit allen Risiken durchaus gegönnt. Alle aderen Konstellationen sollten nicht vergessen, dass sie - Krankheit hin oder her - mit ihrer Entscheidung für eine Familie ja auch gewisse Verantwortung aufgenommen haben.
Ich hätte die berufliche Veränderung meines Mannes mitgetragen, ich sehe es aber heute als großen Liebesbeweis, dass er das nicht gemacht hat, trotz des Ärgers im Job.

LG
Emi

We don't know how strong we are until being strong is the only choice we have.
Letzte Änderung: 23 Okt. 2016 23:50 von Emi. Begründung: die Angaben zur Anwaltsaussage waren verdreht!

Mira antwortete auf Berufswechsel nach Diagnose ?
23 Okt. 2016 23:49 - 23 Okt. 2016 23:51
  • Mira
  • 419 Beiträge seit
    03 Februar 2014
Hallo Joseph
Er hatte ja auch gefragt ob er die Krankheit bei der Bewerbung mit angeben muss. Darum ging es zwischen Gisela und mir. Die Antworten betrafen also schon den Tread. Ich steige da aber auch aus, also dürfte das erledigt sein. Er hat die verschiedene Meinungen und gut ist.
Was der Wechsel betrifft, so bin ich mit dir einer Meinung. Nur das in Deutschland er Arbeitsweg steuerlich absetzbar ist.
LG
Mira
Letzte Änderung: 23 Okt. 2016 23:51 von Mira.

joseph antwortete auf Berufswechsel nach Diagnose ?
24 Okt. 2016 00:02
  • joseph
  • 0 Beiträge seit
    24 März 2026

Mira schrieb: Nur das in Deutschland er Arbeitsweg steuerlich absetzbar ist.
LG Mira


Hi Mira

In Luxemburg auch bis zu einem maximalen Jahresbetrag von 2.560 € , ausser effektive Kosten bei Selbsständigkeit

LG

Joseph

dani999 antwortete auf Berufswechsel nach Diagnose ?
24 Okt. 2016 10:38 - 14 Feb. 2017 23:07
  • dani999
  • 416 Beiträge seit
    09 Juni 2013
Lieber Flussenkaiser, ja diese Entscheidungen stehen leider bei uns Jungen MMler an. Wir wollen immer allen irgendwie gerecht werden, aber sehen unser Leben dahin schwinden und wollen auch noch leben. :) Einen Rat in deiner Situation zu geben ist sehr schwer. :( Ich war bei der Diagnose (die schon MM III a war) auch in der totalen Zwickmühle. Ich bin ja damals wie heute selbständig. Da ich oft unter großen Termindruck und totalen Stress stehe wollte ich mich eigentlich aus dem Berufsleben erst mal ganz zurück ziehen. (Diagnose 06/2013) Ich habe weitergemacht und die Arbeit reduziert. Außerdem habe ich eine Teilzeitkraft mehr eingestellt und konnte, eine seit Jahren bei mir tätige Angestellte, sie zu mehr Stunden überreden. :) Es geht vieles wen man nur will. Die Therapien sind hart und verlangen dir alles ab. :( Bei manchen Therapien kannst du dich nicht mehr konzentrieren, geschweige den körperlich hart arbeiten. Das solltest du bei deiner Entscheidung bedenken. Natürlich kommt auch die finanzielle Seite hervor, besonders wen man Familie hat die man versorgen muss. Man ist da immer hin und her gerissen sich selbst zu verwirklichen, oder den soliden Weg zu gehen. Wie andere im Forum würde ich dir auch den Rat geben, einen Termin wegen der Arbeitsrechtlichen- und auch Sozialversicherungsrechtlichen-Seite genau überprüfen zu lassen. Da die finanzielle Absicherung sehr wichtig für dich und deine Familie ist. Krank und ohne Geld ist doppelt Sch.... Naja ich wünsche dir viel Glück bei deiner Entscheidung. LG Dani
Letzte Änderung: 14 Feb. 2017 23:07 von dani999.

christine antwortete auf Berufswechsel nach Diagnose ?
24 Okt. 2016 12:04
  • christine
  • 0 Beiträge seit
    24 März 2026
Ich war auch in der Situation ( smm und evtl neue Stelle) und habe nie bereut, nicht gewechselt zu haben. Man hat ja in der Regel "Kredit" beim alten Arbeitgeber, schließlich kennt der einen als gesunden Mittarbeiter und trägt einen dann auch eine Weile mit, wenn die Zeiten mal hart werden..... und das kann bei MM schon der Fall werden:-)

gex antwortete auf Berufswechsel nach Diagnose ?
26 Okt. 2016 22:56
  • gex
  • 592 Beiträge seit
    15 Juni 2016
Hallo Flusenkaiser,
hier auch ein bisschen Senf von mir.
Auch wenn es sich bei dir im besten Fall nicht zu einen behandlungspflichtigen MM weiterentwickelt, so musst du dennoch mit hoher Wahrscheinlichkeit damit rechnen, dass deine Leistungsfähigkeit auch als Smouldering MMler nachläßt.
Falls das schon in der Probezeit oder bei einem befristeten Vertrag auffällig wird, dann sieht es ganz schlecht für dich aus. Da stehst du dann mit wenig sozialer Absicherung im Regen. Wie Mira schon bemerkte.
Nicht nur der neue Arbeitgeber, sondern auch die neuen Kollegen, könnten auch generell nachtragend reagieren. Nicht jeder begegnet kranken Kollegen wohlwollend – das Gegenteil ist oft der Fall, wenn andere auf der doppelten Arbeit sitzen bleiben. Egal ob du das vorher gesagt hast, gesagt haben müsstest oder nicht.
Überlege Dir gut selbst, in welchem Job Du mehr Verständnis erntest, wenn Du mal 2-3 Wochen krankgeschrieben bist, wo andere dann eher leicht für dich einspringen können, ob Deine Arbeit immer dringende Handlungen erfordert oder auch mal 2 Wochen liegen bleiben können. Wo gibt es ggf. auch einen Betriebsrat, der dich im Notfall besser unterstützt?
Als SMMler wirst Du auch Schwierigkeiten haben, den Status "Schwerbehinderung" = GdB 50 oder mehr zu erreichen. Insofern auch keinen richtig dollen Kündigungsschutz - evtl. im Gegenteil: Arbeitgeber haben irgendwann auch Recht auf krankheitsbedingte Kündigung.
Falls Du eine private Berufsunfähigkeitsversicherung hast: wenn du dann berufsunfähig wirst, wird die Versicherung unangenehm nachfragen, warum du denn nach so schwerwiegender Erstdiagnose in einen Job mit noch stärkerer Herausforderung gewechselt bist. Könnte auch eine BU-Rente gefährden, bzw. zur Beurteilung der BU könnte der alte Job herangezogen werden, nicht der neue.
Ich würde dir in Summe auch raten, eher kürzer zu treten, die bestehende Sicherheit zu bewahren. Auch wenn es schade ist.
Liebe Grüße Gex

Diagnose Smoldering MM 01/14, IgG lambda, FISH t(11;14)
Erste Therapie ab 04/19: Isatuximab + VRd -> PR erreicht
09/20 HD/aSZT sehr gut vertragen und VGPR, danach keine Erhaltungstherapie
Anfang 2023 Rezidiv mit Rippenbrüchen und Osteolyse Schlüsselbein
seit 06/23 Pomalidomid +Dex, wieder PR