AMMonline

     

Zufallsdiagnose? wurde erstellt von ABo
02 Nov. 2014 19:54
  • ABo
  • 0 Beiträge seit
    26 März 2026
Mich beschäftigt derzeit eine Frage...
da man sich ja auch mit "hätte würde könnte" beschäftigt, würde mich interessieren, ob das MM wirklich nur meist dann erkannt wird wenn z.B. ein wirbel bricht. Es gibt ja auch Forumsmitglieder im Stadium I, wie wurde das denn festgestellt?

die schwester hat mir erzählt dass es bei denen im Krankenhaus eigentlich normal ist einen gewissen bluttest zu machen, der darauf hinweist dass etwas nicht stimmt.

meine Mama war ja mehrere male im Krankenhaus (in einem anderen), so ca. 3-4 mal in den letzten 2 jahren. wieso sah man da nichts?

habe heute eine frau im Krankenha
us kennengelernt (kein MM, sondern anderer krebs), die rannte mit ihrem husten geschlagene 1,5 jahre von Arzt zu Arzt bis man rausfand dass es krebs im Rippenfell ist.

ist gerade das MM so schwer zu erkennen, oder ist das in unserem gesundheitssystem gang und gäbe immer erst richtig nachzuschauen wenn das Kind bereits in den brunnen gefallen ist?

lg Anne

rudi antwortete auf Zufallsdiagnose?
02 Nov. 2014 20:59
  • rudi
  • 2203 Beiträge seit
    23 Oktober 2009
Hallo,
einerseits sind es die niedergelassenen Hausärzte und nachgeschalteten niedergelassenen Fachärzte, die seltene Krankheiten nicht erkennen, weil sie gar keinen Verdacht in dieser Richtung haben. Sie behandeln die vom Patienten akut genannten Symtome, erkennen aber keinen weiteren Zusammenhang mit einer gravierenden systemischen Erkrankung.

Andererseits wäre es viel zu teuer für das Gesundheitssystem, wenn bei jedem einzelnen Ausreisser von einem Laborwert oder bei Rückenschmerzen gleich immer das volle Programm gestartet wird mit der Suche nach hunderten möglichen Krankheiten.

Das würde auch die Mehrzahl der Patienten dann stark verunsichern, die wirklich nur harmlose Symtome haben, wenn sie zum Arzt gehen und dann würde der sie gleich in eine Uniklinik überweisen um ein volles Krebsscreening durchzuführen.

Die Ärzte sollten stutzig werden, wenn die Symptome eines Patienten über einen Zeitraum von über 4 Wochen andauern und nochmehr, wenn nach 3 Monaten immer noch keine Besserung eingetreten ist. Dann ist es angebracht, die wirkliche Ursache zu finden, koste es was es wolle.

Ich habe 1999 die Erfahrung gemacht, dass der Patient dann selbst die Initiative ergreifen muss und sich zum CT oder MRT oder vollständigen Bluttests u.s.w überweisen lassen muss, bis die Ursache gefunden wird.

Heilung ist ein individueller Prozess, der sehr stark an das persönliche Bewusstsein gebunden ist. Daher kann kein Mensch einen anderen Menschen heilen sondern immer nur auf dem Weg zu seiner persönlichen Heilung begleiten.

rudiversal.wordpress.com

Mich78 antwortete auf Zufallsdiagnose?
02 Nov. 2014 22:16
  • Mich78
  • 0 Beiträge seit
    26 März 2026
Hallo,

bei mir wurde das MM tatsächlich zufällig erkannt.
6 Wochen nach einer Kreuzband-OP bekam ich eine Entzündung im Knie; bei laufenden Blutkontrollen nach der Entzündung kam meinem Orthopäden etwas "komisch" vor und er veranlasste weitere Untersuchungen.
Bei Diagnosestellung war ich bereits bei Stadium 2 hatte jedoch noch keine Defekte an Knochen oder Organen.

Gruß
Mich

leopoldi antwortete auf Zufallsdiagnose?
03 Nov. 2014 09:35
  • leopoldi
  • 1197 Beiträge seit
    23 Oktober 2009
Liebe Anne,

ich denke so lange keine Auffälligkeiten vorhanden sind wird wohl keine Elektrophorese gemacht. Und selbst wenn Auffälligkeiten da sind, seid ihr mit Eurer Erfahrung kein Einzelfall.

Und selbst wenn Hinweise in diese Richtung da wären ... Mein Mann war Stammzellspender. Im Laborblatt stand neben fünf mal "Normal" auch einmal "HOCH". Dies war zehn Monate vor dem ersten Wirbelbruch. Hätte man dies beachtet und verfolgt, wären ihm monatelange Unsicherheit und weitere Knochenbrüche erspart geblieben.
Ein Gutachter - namhafter Professor - sagt hierzu:
,Der Befund ist trotz des angegebenen Wertes mit "hoch" leicht zu übersehen, so dass von einer Facharztstandardverletzung nicht ausgegangen werden kann.'
Es geht hier wohlgemerkt nur um die Entscheidung des Wortes "Normal" von "HOCH", genauso in entsprechender Groß- und Kleinschreibung abgehoben. Wenn man dies von Fachärzten - gerade bei einer Stammzellspende - nicht voraussetzen kann ... ich weiß ja nicht.

LGe
Monika

~ Wenn Du meinst auf der Schattenseite zu sein, denk dran - die Erde dreht sich ~

melanie01 antwortete auf Zufallsdiagnose?
03 Nov. 2014 14:14
  • melanie01
  • 0 Beiträge seit
    26 März 2026
Hallo Anne,

bei meiner Mutter war es so, dass sie zu einer Rutine-Kontrolle zum Hausarzt ging. Nach 2 Tagen dann der Anruf, dass etwas nicht in Ordnung sei.
Tja, so wurde es (ohne irgendwelche Anzeichen) rausgefunden und sie hatte das Glück, 8 Jahre Beschwerdefrei und ohne Behandlung damit zu leben :) Letztes Jahr griff das Myelom die Niere an und sie bekam eine SZT. Nun ist sie seit 10 Monaten wieder in CR.
Ich hoffe, ich konnte dir helfen und allen ein wenig Mut machen.

Liebe Grüße,
Melanie

ABo antwortete auf Zufallsdiagnose?
03 Nov. 2014 17:48
  • ABo
  • 0 Beiträge seit
    26 März 2026
es ist nur so frustrierend, sie war so oft beim Arzt wegen rücken, und wie gesagt mehrere male im Krankenhaus in den letzten jahren. und keiner hats gesehen. das macht mich so unheimlich wütend. hätte man es eher erkannt, hätte man ja vielleicht noch was machen können. und soweit ich weiss hat man ihr beim letzten Krankenhausaufenthalt auch mitgeteilt dass da irgend eine Entzündung sei. und dann wurde sie nach hause geschickt.

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