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Callosum62 antwortete auf Lenalidomid dauerhaft einnehmen??
04 Aug. 2024 12:28
  • Callosum62
  • 250 Beiträge seit
    18 September 2023
Hallo, miregal,

manchmal überlappen sich eben die Diskussionsfelder, und m.E. ist das Hauptthema hier nicht die CAR-T-Zelltherapie, sondern wie im Titel richtig ausgewiesen die "dauerhafte Einnahme von Lenalidomid". Es ist eben für alle in der Erstlinie ein neuer Aspekt einer dauerhaften Einnahme von L in der Erhaltungstherapie, dass jenseits der Wirkungen und Nebenwirkungen von L die Lenalidomid-Refraktärität bei einem Rezidiv während der Erhaltungstherapie eine unbedingt erforderlich Voraussetzung für eine Kostenzusage von Cilta-Cel in der Zweitlinie ist.
Betti nimmt gegenwärtig an der HD8-Studie teil, also Isa-RVd (intravenös oder subkutan). Da ist L ja dabei, auch wenn es hier R heißt, und wenn sie während der laufenden HD8-Studie ein Rezidiv bekommen sollte, wäre sie L-Refraktär - soweit also alles in Butter für ggf. Cilta-Cel in der Zweitlinie.
Das Dilemma von Betti war jetzt nicht, ob eine CAR-T-Zelltherapie NACH Isatuximab durchgeführt werden kann. Isa ist ja ein monoklonaler Antikörper, der das Zielprotein CD-38 der MM-Zellen angreift. Soweit ich weiß: Alle MONOklonalen Antikörper haben mit den Zielproteinen einer CAR-T-Zelltherapie (BCMA) nichts zu tun, und damit können sowohl Ide-Cel als auch Cilta-Cel nach einer Behandlung mit monoklonalen Antikörpern gegeben werden und funktionieren auch.
In der HD9-Studie wird, wenn ich das richtig verstanden habe, Lenalidomid in beiden Studienarmen durch Iberdomide ersetzt, also der Immunmodulator L durch das CELMoD Iberdomide. Das kann natürlich prima funktionieren, aber wenn L dafür abgesetzt wird, dann besteht bei einem möglichen Rezidiv während dieser Studie eben keine Lenalidomid-Refraktärität mehr. Und so wie ich das sehe fehlt damit zumindest formal auch die Voraussetzung für eine Kostenzusage für Cilta-Cel in der Zweitlinie. Und das ist das Dilemma hier.
Ganz schön kompliziertes Zeug, das...

Folge Deinem Herzen, aber vergiss dabei nicht, Dein Hirn mitzunehmen.
(Alfred Adler)

Anita antwortete auf Lenalidomid dauerhaft einnehmen??
04 Aug. 2024 15:27
  • Anita
  • 27 Beiträge seit
    10 Juni 2024
Hallo Diddlmaus,

danke für deine Antwort, sie hilft mir weiter. Ich habe schon einiges gegen Durchfall unternommen und ständig gerätselt, woher das kommt. Mein Onkologe meinte, dass Lenalidomid dafür nicht die Ursache wäre, am Anfang der Einnahme hatte ich dieses Problem nicht, jedenfalls, soweit ich mich erinnere.
Viele Grüße
Anita

Anita antwortete auf Lenalidomid dauerhaft einnehmen??
04 Aug. 2024 15:35
  • Anita
  • 27 Beiträge seit
    10 Juni 2024
Hallo Callosum62,

du bist wirklich top informiert, ich wusste dies auch alles nicht, vor allem, dass die Einnahme von L. Voraussetzung für eine CAR-T-Zelltherapie ist. Ich hoffe, dass ich mir demnächst darüber noch keine Gedanken machen muss, (morgen habe ich wieder Blutuntersuchung), aber es gibt mir ein gutes Gefühl, dass man sich hier so kompetent Rat holen kann.
Viele Grüße
Anita

Sunny antwortete auf Lenalidomid dauerhaft einnehmen??
04 Aug. 2024 16:22
  • Sunny
  • 578 Beiträge seit
    07 Januar 2024
Hallo Anita,
zum eigentlichen Thema kann ich nichts beitragen, aber zum Thema Durchfall. Nimmst du ein Antibiotikum? Mein Mann bekommt das seit 6 Jahren prophylaktisch und er hatte ständig mit Durchfall zu kämpfen, normalen Stuhlgang so gut wie nie. Wenn es ganz schlimm wurde, hat ihm die Morosche Karottensuppe / Karottensuppe nach Dr. Moro recht gut geholfen.

Zur Vorbereitung der Car-T-Zelltherapie bzw. Aufbau und der Erhaltung des so wichtigen Darmmikrobioms dafür, hat uns der Onkologe u.a. Kefir empfohlen. Ich hab von privat im Internet Milchkefirknöllchen gekauft und manche seitdem jeden Tag frischen Kefir. Für meinen Mann ein Wundermittel, denn kurz darauf war der Durchfall weg und er hat das erste Mal seit sechs Jahren wieder ganz normalen Stuhlgang und das dauerhaft trotz Cotrim. Vielleicht würde das auch bei dir helfen?

Wahrscheinlich geht Kefir aus dem Supermarkt genauso, allerdings habe ich gelesen, dass der nicht die gleichen Eigenschaften hat wie selbstgemacht, weil die Bakterienzusammensetzung weniger komplex ist und außerdem ist der oft pasteurisiert. Aber ein Versuch ist es wahrscheinlich trotzdem wert, wenn man sich nicht die Arbeit damit machen möchte oder kann.

LG, Sunny

Genieße deine Zeit, denn du lebst jetzt und heute. Morgen kannst du gestern nicht nachholen und später kommt früher als du denkst.

Callosum62 antwortete auf Lenalidomid dauerhaft einnehmen??
04 Aug. 2024 17:04
  • Callosum62
  • 250 Beiträge seit
    18 September 2023
Hallo, Anita,

danke für die Blumen, ich habe Zeit und lese viel (aber eigentlich hauptsächlich für mich selbst).
Nur, damit keine Missverständnisse aufkommen: die Lenalidomid-Refraktärität ist erforderlich, wenn eine Kostenzusage für eine CAR-T-Zelltherapie mit Cilta-Cel in der ZWEIT-Linie erforderlich ist. CAR-T in der Zweitlinie - das ist halt früh. Es wäre jetzt ja als Behandlungsmöglichkeit auch die Kombination von z.B. Dara-Kd (CANDOR-Studie) oder Isa-Kd (IKEMA.Studie) über einen längeren Zeitraum möglich.
Bei allen späteren Behandlungslinien jenseits der Zweitlinie sieht das anders aus. Soweit ich weiß, ist z.B. das CAR-T-Zellprodukt Ide-Cel ab der DRITT-Linie zugelassen. Hier gilt das Kriterium der Lenalidomid-Refraktärität meines Wissens so nicht. Das ist ja auch nicht sinnvoll, denn in der Regel ist Lenalidomid bei vielen MM-Erkrankten in der Drittlinie schon "abgenutzt". Aber natürlich gibt es für Ide-Cel andere Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen. So müssen mindestens 2 vorausgegangene Therapien, einschließlich eines Immunmodulators, eines Proteasominhibitors und eines Anti-CD38-Antikörpers vorausgegangen und unter der letzten Therapie eine Krankheitsprogression aufgetreten sein.
Jetzt aber mal Schluss mit CAR-T hier, sonst wird miregal noch böse ;)

Folge Deinem Herzen, aber vergiss dabei nicht, Dein Hirn mitzunehmen.
(Alfred Adler)

Anita antwortete auf Lenalidomid dauerhaft einnehmen??
04 Aug. 2024 19:21
  • Anita
  • 27 Beiträge seit
    10 Juni 2024
Hallo Sunny,

herzlichen Dank für die Infos, Antibiotikum nehme ich nicht. Die Idee mit dem Kefir finde ich sehr gut, es wäre toll, wenn so ein natürliches Mittel helfen würde und ich probiere es auf jeden Fall aus.
Viele Grüße
Anita