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Cancer Ghosting wurde erstellt von Birliban
18 Nov. 2024 09:32 - 18 Nov. 2024 09:37
  • Birliban
  • 37 Beiträge seit
    12 Juli 2020
Hallo,
obwohl ich gerade vor 3 Tagen erfahren habe, dass fast 1 1/2 Jahre nach den CAR-T-Zellen die Freien Leichtketten und das IgG wieder drastisch gestiegen sind und die therapie- und sorgenfreie Zeit ein Ende hat, komme ich diesmal mit der Situation besser zurecht, als bei früheren „ Niederlagen“. Wohl hilft mir, dass ich mich noch nicht schlecht fühle und früher meist schon in wesentlich schlechterem Gesundheitszustand war und ich schon Anzeichrn spürte und mich die Nachricht nicht völlig unvorbereit traf. Was jedoch mit der Zeit das Schlimmste für mich ist, es brechen mit jedem neuen Ausbruch der Krankheit immer auch Menschen weg. Von Anfang an war ich überrascht, welche Leute mir beistanden und mich unterstützten und welche nicht. Ich hätte das von einigen niemals erwartet, weder im positiven als auch im negativen Sinn. Es kam vor, dass jahrzehntelange Freunde bis heute nicht ein einziges Mal fragten „wie geht es dir?“, aber andererseits völlig unerwartet andere für mich bisher unbedeutendere Menschen sich als unheimlich einfühlsam und unterstützend herausstellten und mir wirklich gut taten.
Auch jetzt merke ich wieder, dass es Menschen gibt, denen das scheinbar zuviel ist, dass es schon wieder losgeht. Auch in der Familie. Das ist für mich das Schrecklichste an der ganzen Krankheit, auch dafür um die Kraft wieder aufzubringen, noch einmal durchzustarten.
Geht das Anderen auch so?
Letzte Änderung: 18 Nov. 2024 09:37 von Birliban.

Viviane1968 antwortete auf Cancer ghosting
18 Nov. 2024 09:42
  • Viviane1968
  • 101 Beiträge seit
    04 Januar 2020
Liebe Biriliban
Ich glaube, jeder von uns kennt das, dass manche Menschen wegbrechen und andere, von denen man es niemals vermutet hätte, präsent sind und uns unterstützen. Viele Menschen sind selbst belastet genug mit anderen Problemen, und ich verstehe durchaus, dass dann unsere Krebserkrankung, bei der es wieder losgeht, einfach zu viel ist und sie sich selbst schützen müssen, um nicht in eine Überlastung zu geraten. Ich nehme das wirklich niemandem übel.
Ich habe nun ja die dritte Krebserkrankung und bei mir sind 4 Freundinnen, die morgen auf der MAtte stehen, wenn es mir nicht gut geht. Die anderen sind für mich Bekannte. Aber selbst diesen 4 Freundinnen würde ich es in keinster Weise übel nehmen, wenn sie diese Unterstützung aufhören würden, um sich selbst zu schützen. Dafür gibt es für uns Psychologen, Ärzte, usw... offengestanden will ich auch niemandem zur Last fallen und Erwartungen an meine Mitmenschen haben, mit mir diese monstruöse Erkrankung zu tragen.
LG, Viviane

Birliban antwortete auf Cancer ghosting
18 Nov. 2024 09:50
  • Birliban
  • 37 Beiträge seit
    12 Juli 2020
Liebe Viviane,

ja du hat schon recht, so geht es mir auch meist, dass ich es akzeptieren und verstehen kann, aber manches tut mir schon sehr sehr weh. Ich habe mir auch eine Psychologin gesucht zur Unterstützung und sie war großartig, aber sie verunglückte letztes Jahr tödlich. Bisher war es mit nicht möglich, wieder jemanden zu finden, weil sie so überlaufen sind.
Ich werde weitersuchen.

Josef17 antwortete auf Cancer Ghosting
19 Nov. 2024 17:23
  • Josef17
  • 16 Beiträge seit
    12 September 2017
Liebe Birliban, deinen Beitrag unterschreibe ich zu einhundert Prozent.
Ich wünsche dir alles Gute
Josef

Birliban antwortete auf Cancer Ghosting
19 Nov. 2024 17:29
  • Birliban
  • 37 Beiträge seit
    12 Juli 2020
Danke dir, lieber Josef.

Sunny antwortete auf Cancer Ghosting
19 Nov. 2024 17:44
  • Sunny
  • 578 Beiträge seit
    07 Januar 2024
Ich seh das ein bisschen anders als Viviane, denn wahre Freunde lassen einen nicht im Stich, wenn es schwierig wird. Was nicht bedeutet, dass sie nicht auch mal sagen können „sorry, mir wird das grade alles zuviel, ich brauch ein wenig Abstand um das zu verkraften und dann bin ich wieder für dich da“. Aber plötzlich den Kontakt gänzlich abzurechen, dafür hab ich null Verständnis und ist uns in der ganzen Zeit auch nie passiert.

Niemand erwartet von Freunden Psychologen zu sein, aber zuhören und mitfühlen (nicht mitleiden) kann jeder. Sich in solchen schwierigen Situationen komplett zurückzuziehen und einen guten Freund/Freundin gerade dann alleine zu lassen, wenn er ihn/sie am dringendsten braucht, ist für mich einfach nur feige. Ich spreche hier aber wirklich von Freunden und nicht von Bekannten, das ist was anderes.

LG Sunny

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