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ASH2024 wurde erstellt von Sevil_Ffm
11 Dez. 2024 00:09
  • Sevil_Ffm
  • 180 Beiträge seit
    17 Juli 2023
Hallo zusammen,

ich hoffe, es geht euch allen gut und ihr seid gesund und glücklich. Der ASH2024 Kongress ist zu Ende gegangen. Ich war mir nicht sicher, ob ich daran teilnehmen konnte und sollte, aber am Ende habe ich doch virtuell teilgenommen. Leider war ich wieder die einzige Patientin aus Deutschland. Ich möchte noch einmal betonen, wie wichtig es ist, dass wir MM Patienten an solchen Veranstaltungen teilnehmen. Ich könnte stundenlang darüber schreiben, aber ich möchte zuerst lieber über die Neuigkeiten und interessante Themen schreiben. Vielleicht habe ich am Ende noch die Energie, meinen Appell zu wiederholen.

Eine sehr gute Zusammenfassung von Dr. Weisel ist bereits im Internet verfügbar:

lymphome.de/kongresse/detail/ash-2024-sa...ultiples-myelom-mm-8

Quadruple-Therapien (Vierfachtherapien) sind heute Standardtherapien, und insbesondere bei Patienten mit Standardrisiko versprechen Quadruple-Therapien sehr lange Remissionszeiten.

Dr. Weisel hat die Quadruplet Therapien für transplantierbare und nicht-transplantierbare Patienten ausführlich erklärt. Über diese Therapien und Studien gibt es auch sehr viel Information im Internet, v.d. werde ich hier darüber nicht nochmal schreiben.

Sevil_Ffm antwortete auf ASH2024
11 Dez. 2024 00:13
  • Sevil_Ffm
  • 180 Beiträge seit
    17 Juli 2023
“Das schwelende Myelom: Ein Fall für frühzeitige Intervention?“
“Smoldering Myeloma: A Case for Early Intervention?”

Einige Stunden vor der Veröffentlichung der Ergebnisse der AQUILA-Studie fand eine lehrreiche und sehr informative Debatte zwischen Dr. Mateos und Dr. Ramasamy statt.

Dr. Mateos erörterte die Rolle einer frühzeitigen Behandlung des Smoldering Myeloms als Strategie zur Heilung der Krankheit.

Dr. Ramasamy setzte einen Kontrapunkt zu diesem Ansatz, indem er die mit einer frühen Behandlung verbundenen Kosten und Toxizitäten ansprach.

ashpublications.org/ashclinicalnews/news...-to-Treat-Smoldering

Dies ist nicht die erste Debatte zu diesem Thema, aber vielleicht die letzte, denn es scheint sich ein Konsens herauszubilden, dass eine Behandlung vor der Progression der Erkrankung zum MM vorteilhaft ist. Und es gibt Studien, die diesen Konsens zu unterstützen.

Eine der ersten wichtigen Fragen nach der Diagnose SMM ist, wie hoch das Risiko für eine Progression zum MM ist. Dies klingt ähnlich wie die MM-Risikoklassifizierung, ist es aber nicht. Es gibt eine Reihe von Modellen, die das Risiko eines Patienten, an MM zu erkranken, bestimmen, z. B. Pethema, Next Generation Sequencing oder 2-20-20.

Anhand der Risikomodelle können Patienten in drei Gruppen eingeteilt werden: Patienten mit niedrigem Risiko, Patienten mit mittlerem Risiko und Patienten mit hohem Risiko. Basierend auf 2-20-20 haben 46% der SMM-Patienten ein hohes Risiko, innerhalb von 2 Jahren ein MM zu entwickeln.


Während der Debatte wurden zahlreiche klinische Studien vorgestellt.

Was ich verstanden habe, ist, dass eine Beobachtung im Abstand von 3 Monaten manchmal nicht ausreicht, besonders bei Hochrisikopatienten. Einige Patienten sind in dieser Zeit weiter fortgeschritten und haben sogar Knochenbrüche erlitten. Daher könnte es wichtig und vorteilhaft sein, früher mit der Behandlung zu beginnen.

Allerdings wird es noch einige Zeit dauern, bis die Medikamente für die SMM-Behandlung zugelassen sind.

Ich frage mich, was ich tun würde, wenn ich jetzt eine SMM-Patientin wäre. Zuerst würde ich herausfinden wollen, zu welcher Risikogruppe ich gehöre. Und wenn ich zur Hochrisikogruppe gehöre und mein Arzt mir nicht mehr als eine Kontrolluntersuchung alle drei Monate anbieten kann, würde ich vielleicht an einem Aufmerksamkeitstraining teilnehmen und lernen, Schmerzen und Veränderungen in meinem Körper wahrzunehmen, um eine Progression frühzeitig zu erkennen.

Sevil_Ffm antwortete auf ASH2024
11 Dez. 2024 00:55
  • Sevil_Ffm
  • 180 Beiträge seit
    17 Juli 2023
Neue Medikamente:

Auf der ASH2024 werden folgende Medikamente hervorgehoben:

Cevostamab (Bispezifischer Antikörper FcRH5xCD3)
Forimtamig (Bispezifischer Antikörper GPRC5DxCD3)
ISB 2001 (trispezifischer Antikörper BCMAxCD38xCD3)
Iberdomid (CelMod)
Mezigdomid (CelMod)
Belantamab Mafodotin (ein neuer alter ADC)
Lisaftoclax (BCL-2-Hemmer)
Inobrodib (EP300/CBP-Bromodomänen-Hemmer)
Venetoclax ist nicht sehr neu, muss aber dennoch erwähnt werden

Es gibt eine ganze Reihe neuer Medikamente in Entwicklung. Im Sommer habe ich begonnen, die neuen Wirkstoffe zu analysieren, die sich weltweit in Phase 1/2-Studien befinden. Ich brauche ja Hoffnung. Die Liste ist zum Glück sehr lang, und ich bin mir bewusst, dass viele dieser Wirkstoffe nie die Phase 3 erreichen, geschweige denn zugelassen werden. Ich werde mit meiner Liste nie fertig werden, aber das ist gut so.

Sevil_Ffm antwortete auf ASH2024
11 Dez. 2024 01:04
  • Sevil_Ffm
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    17 Juli 2023
Morgen wird mein nächstes und letztes Schreiben über CAR-T sein. CAR-T ist die beste Behandlung, die wir haben, aber es ist noch keine Heilung für MM. Einige CAR-T-Produkte sind heilend bei anderen Blutkrebsarten. Ich werde schreiben, was ich verstanden habe.

miregal antwortete auf ASH2024
11 Dez. 2024 01:21
  • miregal
  • 1011 Beiträge seit
    17 Mai 2019
Interessant. Die Take Homes von Prof. Weisel decken sich teilweise mit der Zusammenfassung auf myeloma.org. Was ich noch nicht herauslesen konnte, ob Isatuximab Vorteile ggü. Daratumumab bietet, auch im Hinblick der DSMM-17 Studie mit KRD und Elotuzumab als Quadruplet, was ein anderes NW Profil aufweist und mit potentiell weniger Neurotoxizität daherkommt. Und spannend auch die neue experimentelle BCMA gerichtete CART Therapie Anitocaptagene Autoleucel mit deutlich gerigerem Zytokinsturm und anderer Nebenwirkungen. Auch in der Prognose vor einer CART Therapie zu Toxizitäten gab es Positives zu berichten
www.myeloma.org/blog/2024-american-socie...e-myeloma-highlights

Ivo antwortete auf ASH2024
11 Dez. 2024 10:03
  • Ivo
  • 6 Beiträge seit
    08 Dezember 2018
Vielen Dank euch beiden für die sehr informativen Zusammenfassungen!

Interessant fand ich auch das folgendes Online Tool, auf das Vincent Rajkumar (ein führender Myelom-Spezialist) hingewiesen hat:
oncotriage.com/
Damit kann man sich schnell eine Übersicht über Behandlungsschemata verschaffen.