AMMonline

     

Callosum62 antwortete auf Erwerbsunfähigkeits Rente
08 Mai 2024 09:32
  • Callosum62
  • 250 Beiträge seit
    18 September 2023
Hallo, Moni,

danke für diese Klarstellung; genau so ist es. Wobei Nicole insofern recht hat, dass es in der Beurteilung der Voraussetzungen für eine Teil-Erwerbsminderung a bissel eine Gradwanderung sein kann. Ich kenne vorwiegend jüngere Patienten mit anderen Erkrankungen, z.B. Multiple Sklerose, die eine solche Teil-Erwerbsminderungsrente bekommen. Die Begründung dafür, warum nicht mehr als 6 Stunden Arbeit täglich möglich ist, lag bei denen häufig in einer Kombination körperlicher und kognitiver Beeinträchtigungen sowie einer erkrankungsbedingten schwankenden Leistungsfähigkeit. Bei MS kann sich diese durchaus von Tag zu Tag ändern, hier gibt es auch oft Fatigue. Eine Vollzeit-Erwerbsfähigkeit würde damit auch aufgrund der nicht vorhersehbarem Leistungsvermögen eine chronische Überforderungssituation mit der Gefahr einer Verschlechterung der Erkrankung darstellen. MS ist ja im Gegensatz zum MM eine Erkrankung, deren häufigstes Ersterkrankungsalter so um die 30 Jahre liegt - das ist noch eine ziemlich Strecke bis zur Altersrente, und bis zum Alter von 30 konnten natürlich auch noch nicht viele Rentenpunkte erwirtschaftet werden. Da kann eine Teil-Erwerbsminderungsrente hilfreich sein.

Folge Deinem Herzen, aber vergiss dabei nicht, Dein Hirn mitzunehmen.
(Alfred Adler)

leopoldi antwortete auf Erwerbsunfähigkeits Rente
08 Mai 2024 19:28
  • leopoldi
  • 1197 Beiträge seit
    23 Oktober 2009
Hallo Colossum,

die Rentenpunkte werden hochgerechnet, dadurch ist die EM-Rente höher als die zu dem Zeitpunkt erwirtschaftete Altersrente. Insofern kann die Teilerwerbsminderungsrente natürlich hilfreich sein, so lang der Betreffende 3 - <6 Std hinzuverdienen kann. Zusätzliche Rentenpunkte werden ab Bezug einer Teilrente aber nicht erwirtschaftet.

LGe
Monika

~ Wenn Du meinst auf der Schattenseite zu sein, denk dran - die Erde dreht sich ~

Callosum62 antwortete auf Erwerbsunfähigkeits Rente
09 Mai 2024 08:04
  • Callosum62
  • 250 Beiträge seit
    18 September 2023
Hallo,

die ja ursprünglich mit der Motivation gestartete Thread, die Chance auf eine Erwerbsminderungsrente beim MM auszuloten, hat m.E. sehr schön viele Untiefen des Rentenversicherungssystems gezeigt. Die Leute mit einer Teilerwerbsminderungsrente, die ich kenne, arbeiten halbtags, also lediglich 4 Stunden. Natürlich ist damit das Einkommen auf Dauer geringer, und für diese Leute ist es gut, wenn sie sozusagen als Standbein die Sicherheit der regelmäßigen Rentenbezüge haben. Jetzt kann man natürlich ganz grundsätzlich überlegen, wie man denn seine Zukunft am besten finanziell absichert. Je nach Alter und Gesundheit gibt es da unterschiedliche Denkmodelle. Die jungen Gesunden denken wohl eher langfristig und können damit auch mit Immobilien oder Aktien herummachen oder sogar - je nach persönlicher Voraussetzung - bestimmte Beträge freiwillig in die DRV einzahlen, um zusätzliche Rentenpunkte zu erwerben. Damit kann man ja auch Hinterbliebenen-Renten etwas pushen, das ist sinnvoll, wenn man jung ist und Kinder hat.
Für mich haben sich langfristige Geld-Anlage-Denkmodelle mit dem MM erledigt, einfach deswegen, weil ich nicht weiß, wieviel Zeit mir noch bleibt. Lebensqualität jetzt heißt für mich auch, dass genügend Gelder jetzt, und nicht erst in der Zukunft zur Verfügung stehen sollten. Vielleicht auch: lieber etwas weniger Moneten jetzt, und damit gönne ich mir aktuell was, als etwas mehr Kohle später, wobei "später" eben ungewiss ist. Man kann ja auch einfach Geld ohne Risiko auf ein Tagesgeld-Konto anlegen und es sich immer dann selbst auszahlen, wenn man es braucht. Also auch mal größere Beträge. Gibt ja gerade sogar 1-2 % Zinsen.
Lieber Peter_F, vielen Dank für die aktuelle Information über die komplexe Problematik der Wechselbeziehungen zwischen Krankengeld, Abfindung, GDB usw. "Am Ende des Tages", wie man heute so schön sagt, wirst Du dann wohl auch genau ausrechnen, was für Dich finanziell interessanter ist. Ich wünsche Dir - egal, wie Du Dich entscheidest - das alles für Dich gut ausgehen wird. Und Du dann den Kopf frei hast für das, was wirklich wichtig ist.

Folge Deinem Herzen, aber vergiss dabei nicht, Dein Hirn mitzunehmen.
(Alfred Adler)

Manuela-2212 antwortete auf Erwerbsunfähigkeits Rente
03 Jan. 2025 09:20
  • Manuela-2212
  • 0 Beiträge seit
    24 März 2026
Ich Kämpfe seit 5 Jahren um die Erwerbsminderungsrente.
Anträge wurden abgelehnt, ich war vorm Sozialgericht und auch dort hat der Richter gesagt, ich wäre vollzeit Arbeitsfähig.
Ich habe ein halbes Jahr gewartet und wieder einen Antrag gestellt, abgelehnt... bin in den Wiederspruch... musste dann zur mehrtägigen Begutachtung ins Medicos auf Schalke, wo ich mir Vorträge anhören musste, Sandsäckchen werfen und Bilder malen musste.
Widerspruch wurde auch abgelehnt.

Nächste Möglichkeit, wieder Klagen vor Gericht.
Schaff ich psychisch nicht. Lass ich also.

Seit 4 Jahre bekomme ich Finanziell überhaupt keine Unterstützung, bin verheiratet und mein Mann zahlt alles.

Da ich nach Tandem HD/SZT "krebsfrei" bin,.gelte ich vor Gericht und Rentenversicherung als geheilt.
Der aktuelle Zustand (der zwar nicht gut ist) zählt nur.
Da ich keine Todesgedanken habe, sind meine Depressionen nur Mittel und da ich keinen Krebs mehr habe, kann ich auch vollzeit arbeiten gehen...Geringe Lebensqualität und Lebenserwartung spielen keine Rolle.

Ich werde jetzt nicht in die erneute Klage gehen um dann von der Rentenversicherung mit einem triumphierenden Grinsen angesehen zu werden. Ich schaffe diese Demütigung nicht nochmal.

Callosum62 antwortete auf Erwerbsunfähigkeits Rente
03 Jan. 2025 11:41
  • Callosum62
  • 250 Beiträge seit
    18 September 2023
Hallo, Manuela,

das ist wirklich eine ganz schöne Sch...., das. Ich kann gut verstehen, dass Du vorerst mal genug davon hast, Dich in einem Abnutzungskampf zu verschleißen.

Vielleicht nur ein paar Gedanken von mir dazu. Ich habe schon häufiger erlebt, dass alle möglichen Versicherungen im Leistungsfall aus taktischen Gründen gerne eine Zermürbungstaktik einsetzen, damit genau das passiert: Die Leute geben auf. Ich kann auch nachvollziehen, dass eine solche Demütigung schmerzhaft ist. Aus der Nummer kommt man nur schwer raus, aber wenn man es versuchen möchte, dann gibt es m.E. nur einen Weg: Man darf die sicher ungerechtfertigte Ablehnung nicht persönlich nehmen (ich weiß, das ist schwer), sondern muss versuchen, zu lernen, die Leistungsverweigerung als Teil einer perfiden Strategie anzusehen, bei der es darum geht, Geld zu sparen, nicht mehr und nicht weniger. Dann kann es eher gelingen, dass einem solche Ablehnungen eher "am Arsch vorbeigehen". Wütend zu sein hat mir bei so etwas immer geholfen, wenn ich da nur an die Gehälter der DRV-Vorstände denke...
Leider ist die Psycho-Schiene als Hauptgrund oft nicht erfolgreich bei der Rentengewährung, handfeste körperliche Einschränkungen dagegen schon. Solltest Du Dich doch noch mal auf den langen, steinigen Weg machen wollen, dann wäre es gut, wenn da was Neues und was Körperliches auf dem Zettel stehen würde. Fatigue ist manchmal besser als Depression. Ich kenne jemanden, der zur Vorbereitung auf eine erneute sozialgerichtliche Begutachtung ein - zugegeben teures - Privatgutachten von einem in seinem Fall renommierten Gutachter (war nicht leicht, da einen Professor zu finden) hat erstellen lassen. Damit hat es dann geklappt. Aber das ist nicht für jeden oder jede etwas.

Ich denke, die Unterstützung von einem Sozialverband wie z.B. dem VdK hast Du bestimmt schon versucht. Tja. Mehr fällt mir dazu auch nicht ein, vielleicht noch: Lass Dich nicht unterkriegen. Aber solche Sprüche kennst Du natürlich auch zur Genüge...

Folge Deinem Herzen, aber vergiss dabei nicht, Dein Hirn mitzunehmen.
(Alfred Adler)

Viviane1968 antwortete auf Erwerbsunfähigkeits Rente
03 Jan. 2025 14:36 - 03 Jan. 2025 17:53
  • Viviane1968
  • 101 Beiträge seit
    04 Januar 2020
Liebe Manuela
Manchmal braucht man einfach eine Pause vom Kampf. Der Krebs verlangt uns und unseren Angehörigen schon genug ab. Das einzige, was mir noch einfällt wäre, den Kampf "zu delegieren", d.h., dass ein anderer für dich die Formulare ausfüllt, die Widersprüche, ect...., Geschwister z.B.
Mir wurde am Tag meiner 2. Krebsdiagnose (das Myelom ist die Dritte) von meinem Chef als zweiter Satz gesagt, dass ich die Stelle verlieren würde, wenn ich 1 Jahr nicht arbeitsfähig oder nur Teilzeit (!) arbeitsfähig bin. Genau sowas braucht man dann auch noch, wenn man eh schon in Tränen aufgelöst ist und die Prognose 9% Überlebenswahrscheinlichkeit ist in den kommenden 2 Jahren. Ende vom Lied, ich bin nach 8 Wochen wieder arbeiten gegangen und habe noch auf Vollzeit aufgestockt, mit dem Hintergedanken, dann wenigstens mehr Krankentaggeld zu bekommen (lebe in der Schweiz). Auch hier kenne ich Ähnliches, wie du das erleben musst.
Es ist genauso, wie Callosum schreibt, es geht darum, Geld zu sparen und den Versicherten mürbe zu machen.
Ich wünsche dir alles Liebe und Gute,
Viviane
Letzte Änderung: 03 Jan. 2025 17:53 von Viviane1968.

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