AMMonline

     

Katrin antwortete auf Gibt es ein Leben nach dem Tod?
17 Nov. 2014 22:05
  • Katrin
  • 0 Beiträge seit
    24 März 2026
Lieber Pat,

heute habe ich deinen thread noch einmal aufgerufen-
und mir ist doch was eingefallen, was ich dir schreiben möchte.

von einer lieben Freundin von mir starb die Mutter an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Sie war eine Kämpferin- bis zum Schluss. Dennoch musste sie viel zu früh gehen- sie hatte keine Chance gegen diese grauenhafte Krankheit.
Die Mutter meiner Freundin war rothaarig- so knall rot wie man selten jemanden kennenlernt. Es war sozusagen ihr "Markenzeichen".
Meine Freundin hatte sehr zu kämpfen - die Beziehung zu ihrer Mama war sehr besonders.
Einige Wochen nach dem Begräbnis lief ihr eine Katze zu - eine ROTHAARIGE- die ebenfalls so rot war- das man direkt über diesen "Zufall" lachen musste.
Sie wollte die Katze aber nicht behalten, weil sie eine bittere Katzenhaarallergie hatte.
Niemand kannte die Katze in der Siedlung, offenbar vermisste sie auch keiner, weswegen sie sich dazu entschied, die Katze zu behalten.
Seltsamerweise war ihre Allergie gegen diese Katze nämlich nicht spürbar.

Zum damaligen Zeitpunkt lebte auch noch der Vater meiner Freundin im gemeinsamen Haus. Er war bereits zum zweiten Mal verwitwet und meine Freundin fühlte sich verantwortlich für ihn.

Einige Zeit später starb die Katze an "Katzenaids".
Ich meine es war so etwa der selbe Zeitraum, als er eine neue Frau kennenlernte. Sie ist rothaarig und lebte jahrelang in der Nachbarschaft der Familie.



gast antwortete auf Gibt es ein Leben nach dem Tod?
21 Nov. 2014 15:16
  • gast
  • 0 Beiträge seit
    24 März 2026
Hallo,
mein Mann ist 2012 im Alter von 52 Jahren an einem MM gestorben. Hin und wieder schaue ich nochmal auf die Seiten, in denen ich auch während seiner Erkrankung nach Erfahrungsberichten,Therapiemöglichkeiten und Ähnlichem gesucht habe. Dabei bin ich auf dieser Seite auf das Thema "Gibt es ein Leben nach dem Tod" gestoßen. Ich selbst habe zu dieser Frage auch vor dem Tod meines Mannes nie eine Antwort gefunden, tendiere aber eher zu einem "nein" bzw. halte die Möglichkeiten, die das menschliche Gehirn per se hat, für zu begrenzt, um ein Thema in dieser Dimension zu erfassen oder sich vorzustellen, wie so ein "Leben nach dem Tod" aussehen kann. Ich habe mir immer mal wieder überlegt: Wenn ich ein höheres Alter erreichen sollte und nach dem Tod meinem Mann wiederbegegne, wie sieht das aus? Ich als verschrumpeltes Weiblein und er so wie er zuletzt war? Klingt absurd, verdeutlicht aber mein Unvermögen, mir die Art und Weise einer solchen Begegnung oder sogar des Weiterlebens im Jenseits vorzustellen. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich hatte trotzdem in der ersten Zeit nach seinem Tod ein paar Begebenheiten, die man in die Richtung "Ja, es gibt da noch was" deuten könnte. Ein paar Beispiele: Wenige Tage, nachdem er gestorben war, habe ich mit meiner Familie beim Frühstück gesessen, wir alle total traurig und geschockt. Auf einmal, ich hätte es fast gar nicht wahr genommen, landete auf meinem linken Arm ein Tropfen. Zunächst habe ich mir keine Gedanken darüber gemacht und ihn weggewischt. Aber auf einmal hatte ich einen Gedanken im Kopf, der nicht mehr wegging: Das war mein Mann, der mit einer symbolischen Träne seine Trauer darüber ausgedrückt hat, dass er nicht mehr bei uns sein kann. Was seltsam war: Niemand konnte sich erklären, woher der Tropfen kam: Es stand kein Wasser auf dem Tisch, links neben mir saß niemand, die Decke des Raumes ist - Gott sei Dank - trocken, wir alle konnten beim besten Willen keine Quelle für diesen Tropfen ausmachen. Ein weiteres Beispiel: Ich habe meinem Mann einen Brief geschrieben, den ich gemeinsam mit einem kleinen Schmucksymbol, das er mir zur Hochzeit geschenkt hatte, seinem Urnengrab beigegeben habe. Beides hatte ich in einem Umschlag gesteckt. An unserem ersten Hochzeitstag nach seinem Tod, etwa 14 Tage nach der Urnenbestattung, hält mir meine Tochter genau dieses Schmuckstück unter die Nase und sagt: "Schau mal, das sieht genauso aus wie das, das Papi dir geschenkt hat". Tatsächlich war es dieses Schmuckstück, das auf dem Weg zur Urnenbeisetzung wohl aus dem Umschlag gerutscht und in den Fußraum des Autos meines Vaters gefallen war. Schon ein komischer Zufall, dass meine Tochter es mir genau an unserem Hochzeitstag sozusagen zurückgegeben hat. Vielleicht kam es tatsächlich von meinem Mann. Allein die Tatsache, dass mein Vater das Schmuckstück kurz vor dem Hochzeitstag im Auto entdeckte, ohne zu wissen, worum es sich handelt, und es meiner Tochter geben hat. Im ersten halben Jahr nach dem Tod meines Mannes hatte ich außerdem oft das intensive Gefühl, dass er all die Formalien und Dinge, die zu tun waren, mit der ihm eigenen Tatkraft mitgestaltet hat. Viele Dinge, von denen eigentlich zu erwarten war, dass sie sich schwierig gestalten, haben sich in den ersten Monaten nach seinem Tod völlig unerwartet sehr gut entwickelt in einer Weise als hätte er sie in der ihm eigenen Weise begleitet und mitgestaltet. Grüße an das Forum, ein weiblicher Gast

Margret antwortete auf Gibt es ein Leben nach dem Tod?
24 Nov. 2014 13:15
  • Margret
  • 0 Beiträge seit
    24 März 2026
Ich lege hier mal frech und provozierend die Frage nach dem

"Leben VOR dem Tod"

auf den Tisch.

Darauf haben wir - im Gegensatz zu "nach dem Tod" - Einfluss. Und wir, die wir als Patienten, Angehörige oder Hinterbliebene um die Zerbrechlichkeit und Kostbarkeit des Lebens wissen, sollten unsere Anstrengungen auf diese einmalige und wunderbare Chance konzentrieren.

Ob es ein Leben "danach" gibt, ist keine Frage des Wissens, sondern des Glaubens. Das Leben "davor" ist unsere Aufgabe und unsere Verantwortung.

Leben ist jetzt. Nicht morgen und nicht irgendwann.

Mapoli antwortete auf Gibt es ein Leben nach dem Tod?
24 Nov. 2014 13:41
  • Mapoli
  • 1676 Beiträge seit
    18 Juni 2011
Ja, Margret, da hast Du sicherlich recht.

Aber ich möchte hierzu auch mal meinen damit vertbundenen Stress loswerden:
Von allen Seiten hört man gute Ratschläge, wie: "nutze die Zeit", "genieße jeden Tag", "mach so viel schönes, wie Du kannst mit den Kindern"...."mache alles, was Du schon immer mal machen wolltest"....
Man kann sich garnicht vorstellen, in was für Konflikte ich damit oft gestoßen werde. Es überfällt mich Panik, dass die Zeit nicht mehr reicht um all das Schöne mit den Kindern zu machen, was man schon immer mal machen wollte, oder um all das zu sagen, ´was man sagen wollte, oder um alles aufzuschreiben, was man den Kindern sagen würde, wenn sie älter sind.....

Das alles macht einen unwarscheinlichen Stress und damit macht es einen so unwarscheinlich müde... und dann kann man all dass erstrecht nicht schaffen, was man alles machen wollte.

Sorry, aber das musste ich einfach mal loswerden. Ich kann sie einfach nicht mehr hören, diese gutgemeinten Worte. Mit kleine Kindern ticken die Uhren einfach anders!

(Margret, ich weiß, wie Du es meinst und damit hast Du recht. Aber so wie oben beschrieben fühle ich mich bei solchen Worten einfach in letzter Zeit - ich muss jetzt einfach mal ne Runde weinen)

LG
Ma

Margret antwortete auf Gibt es ein Leben nach dem Tod?
24 Nov. 2014 15:45
  • Margret
  • 0 Beiträge seit
    24 März 2026
Liebe Ma,

ich fürchte, Du hast mich komplett missverstanden...

Vielleicht war heute ein schlechter Tag dafür.

Damit will ich es für heute bewenden lassen.

Alles Liebe für Dich,
Margret

gast antwortete auf Gibt es ein Leben nach dem Tod?
24 Nov. 2014 18:06
  • gast
  • 0 Beiträge seit
    24 März 2026
Liebe Margret,
ich bin mit dem Leben vor dem Tod noch nie so achtsam umgegangen wie nach dem Tod meines Mannes. Viele Sichtweisen haben sich verändert, mein Leben ist erfüllt und ich kann es genießen. Trotzdem ist es, glaube ich, gut nachvollziehbar wenn man einen Menschen gehen lassen musste und unglaublich vermisst, dass man nach Zeichen seiner spirituellen oder sonstwie gearteten Anwesenheit oder dem Wunsch nach Bestätigung der Existenz eines Lebens "danach" sucht. Vielleicht ist der Thread von Pat aus dieser Motivation heraus entstanden - und ist nicht von dem Wunsch motiviert, dem Leben nicht mehr die genügende Achtsamkeit entgegenzubringen oder nichts mehr daraus machen zu wollen. Jeder, der so etwas erlebt hat, weiß: Es dauert, bis man dem Leben wieder mehr abgewinnen kann als diese furchtbare Trauer. Das widerspricht aber, so denke ich zumindest, nicht dem Wunsch, in einen wie auch immer gearteten Kontakt zu dem Menschen, den man verloren hat, zu treten oder nach Hinweisen zu suchen, dass man sich wiedersieht. Liebe Grüße, Ariane