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Multiples Myelom: Wenn das Ziel bei Immuntherapien verloren geht - Parallelevolutionen von Tumorzellen und Rüsseltieren
In einer Studie, finanziert von der Deutschen Krebshilfe und veröffentlicht im Journal Nature Medicine, wurde eine Verbindung zwischen genetischen Mutationen und dem Wirkungsverlust von Immuntherapien beim Multiplen Myelom aufgezeigt. Obwohl Immuntherapien bahnbrechende Erfolge bei dieser Krankheit erzielt haben, erleben viele Patienten Rückfälle.
Die Forscher konzentrierten sich auf zwei Antigene, die sich auf der Oberfläche von Myelomzellen befinden und wichtige Ziele für Immuntherapien darstellen: BCMA und GPRC5D. Es wurde festgestellt, dass BCMA eine Schlüsselrolle bei der Resistenz gegen Immuntherapien spielt. Bei einigen Patienten verschwand dieses Antigen auf den Krebszellen, die nach einem Rückfall neu auftraten, aufgrund von Genmutationen. Es wurde auch gezeigt, dass die Therapie gegen GPRC5D zu einer Selektion von Tumor-Subklonen führen kann, die das GPRC5D-Antigen nicht mehr tragen.
Die Forscher verglichen diese Entwicklung mit der Parallelevolution von Tierarten, bei der verschiedene Arten ähnliche genetische Anpassungen entwickeln. Dieses Verständnis könnte dazu beitragen, gezieltere Immuntherapien für Patienten mit Multiplem Myelom zu entwickeln, indem nach den entdeckten Mutationen gesucht wird. Die Idee besteht darin, nicht nur ein einzelnes Antigen anzugreifen, sondern mehrere gleichzeitig.
Die Ergebnisse dieser Studie werden voraussichtlich die Entwicklung der CAR-T-Zell-Therapie für das Multiple Myelom beeinflussen und die Identifizierung neuer Zielstrukturen auf Tumorzellen sowie die Entwicklung von Multitarget-CAR-T-Zellen vielversprechender machen.
